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Göttingen als Wohnmobilhafen gefragt

Göttingen als Wohnmobilhafen gefragt

„Göttingen gefällt uns gut.“ Das sagen nicht nur Britta und Udo Pendorf über die Stadt und vor allem den Wohnmobilhafen am Windausweg. Laut Statistik teilen offenbar viele Wohnmobilisten diese Meinung. Im ersten Halbjahr 2015 parkten hier 3392 Fahrzeuge, 101 mehr als von Januar bis Juni 2014.

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Plaudert mit den Stammgästen auf dem Göttinger Wohnmobilplatz: Holger Rudolph (rechts) mit Britta und Udo Pendorf.

Quelle: Heller

Göttingen. Für Pendorfs ist ihre rollende Unterkunft in der Tat ein Mobilheim. Eine Wohnung hat das Paar nicht.

Ihre Möbel lagern in Lübeck. In Bad Kreuznach, sagt der 74-Jährige, hätten sie lediglich eine Briefkastenadresse. „Wir müssen ja irgendwo gemeldet sein“, fügt seine Frau Britta hinzu. Hier ist auch das fast acht Meter lange Wohnmobil angemeldet.

Bald müssten sie mal wieder nach Kreuznach, sagen sie, denn der Tüv stehe an, und auch seien ihre neuen Personalausweise fertig. Ansonsten sind die beiden Rentner unterwegs – kreuz und quer durch Europa. Im Winter stehen sie für mehrere Wochen in Spanien auf einem Campingplatz.

Für den Göttinger Wohnmobilhafen, auf dem sie gerade erst wieder zwei Nächte verbracht haben, sind Pendorfs voll des Lobes. Nicht umsonst haben sie den Platz am Windausweg schon zum neunten Mal angesteuert. „Die Lage ist toll, hier gibt es alles, und die Stadt ist auch schön“, sagt Udo Pendorf.

Seine Frau schwärmt von den Buchläden, und auch dass es in der Stadt so viele junge Leute gebe, gefällt dem Paar. „Uns gefällt es hier immer wieder“, sagen beide, und sie würden auch gerne Geld in der Stadt lassen. Verwundert sind die beiden über manche Wohnmobilisten, die bewusst ganz spät in der Nacht ankommen und sehr früh morgens wieder abreisen.

„Die wollen sich die Standgebühr sparen“, vermutet Udo Pendorf. Dass das nicht passiert, dafür sorgen die Mitarbeiter der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GöSF). Bäderleiter Holger Rudolph hat am Wochendende die Frühschicht an der Eiswiese und kontrolliert bereits um 6 Uhr, ob auch alle ein Ticket gelöst haben.

Besonders viel zu tun haben er und seine Kollegen in der Hochsaison, die etwa von April bis August dauert. „Da stehen durchschnittlich etwa 900 Wohnmobile im Monat hier“, sagt er. Im Winter seien es etwa 230. Falls die regulären 28 Stellplätze nicht ausreichen, können die Göttingen-Gäste mit Wohnmobil zwölf Ausweichplätze auf dem angrenzenden Parkplatz zu nutzen.

Auch hier gebe es Stromsäulen. Die meisten Gäste am Wohnmobilhafen seien Urlauber aus Deutschland, so Rudolphs Beobachtung. Ansonsten legen auch Skandinavier gerne in Göttingen einen Zwischenstopp ein. Der Göttinger Wohnmobilplatz wurde 2005 eröffnet. Die jährlichen Einnahmen schätzt der GöSF-Mitarbeiter auf etwa 30 000 Euro. 

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