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Göttingen an einem Tag: 20 Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkunden

Thema des Tages Göttingen an einem Tag: 20 Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkunden

Städtetrips sind beliebt: Die meisten Touristen besuchen Göttingen nur kurz: „Laut Statistik bleiben die Gäste im Durchschnitt 1,8 Nächte“, sagt Angelika Daamen, Chefin des Göttinger Tourismusvereins. Aber: Reichen 1,8 Tage aus, um Göttingen als Tourist zu erkunden?

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Altes Rathaus: Die Halle mit üppigen Wandmalereien.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Göttingen in einem Tag, Start ist am Markt: Dort steht der Gänselieselbrunnen, das Wahrzeichen der Stadt. Auch wenn die Original-skulptur im Museum steht, die Kopie tut's auch. Mit etwas Glück kommt ein frisch gebackener Doktor vorbei und küsst die Magd – so ist es Brauch an der Universität.

Das Alte Rathaus und das Gänseliesel: Dieses Duo ist Postkarten-Göttingen pur. Bevor es hinein geht ins Rathaus, ist ein Stopp auf einer kleinen Bronzeplatte hübsch. Von dort aus sind alle Türme der vier Innenstadtkirchen zu sehen. Dann aber ab ins Rathaus. Der große Saal mit seinen historischen Wandmalereien ist allemal beeindruckend, auch wenn die Malereien nicht so mittelalterlich sind, wie sie auf den ersten Blick wirken.

Auf dem Weg zur Johanniskirche geht es vorbei an der Bronzeskulptur eines der großen (kleinen) Gelehrten der Stadt: Georg-Christoph Lichtenberg – gegossen aus eingeschmolzenen Denkmalen von Lenin, Stalin und Enver Hodscha.
Die Türme von St. Johannis sind nicht zu übersehen. Die Eingangstür der Kirche: verschlossen, der Innenraum wird zurzeit saniert.

Auch die Paulinerkirche an der alten Universitätsbibliothek ist verschlossen: Sie ist nur zu besichtigen, wenn dort Ausstellungen gezeigt werden. In der Bibliothek nebenan lagern Schätze wie eine Gutenbergbibel, mittelalterliche Handschriften, wertvolle Bücher aus vergangen Jahrhunderten. Auch das hinter verschlossenen Türen.

Abstecher in den botanischen Garten

Vorbei am Michaelishaus geht es zur Jacobikirche. Definitiv ein Muss: Sie steht immer offen, auch der Turm ist jeden Tag zu besteigen. Von oben gibt es einen Panoramablick auf die Stadt, im Kircheninneren: rot-weiß geringelte Säulen, gotische Architektur, bunte Fenster, ein sehenswerter Altar. Wer die Kirche betritt, ist beeindruckt. Oder er hat kein Herz für historische Bauwerke. Das städtische Museum ist zurzeit nur eingeschränkt zu besichtigen. Auch hier wird gebaut. Der pompöse Bau des  Deutschen Theaters liegt an dem Kreisel, um den schon Heinz Erhardt im Film kurvte. Mit etwas Glück kann der Besucher an der Theaterkasse noch eine Karte für den Abend ergattern – und damit einen Abschluss des Besuchstages im roten Samtsessel genießen.

Vom Theater ist ein Abstecher in den botanischen Garten möglich. Ohne Umweg geht es sonst vorbei an der ethnologischen Sammlung. Sie ist nur sonntags geöffnet und zeigt unter anderem seltene Schätze, die Käpt‘n James Cook aus der Südsee nach Europa brachte.

Freunde der etwas schrägen 60er-Jahre-Architektur lieben die lilafarbenen Kacheln der Stadthalle, die auf dem Weg in den Cheltenhampark liegt. Gegenüber: Die älteste City-Kirche: St. Albani. Verschlossen.

Kopf in den Nacken und Morsezeichen mitraten

Im Park liegt das Rohns'sche Badehaus, bei schönem Wetter ist ein Stopp am Schwänchenteich ganz fein. Auf jeden Fall lohnt ein Blick auf das Grab des nächsten großen Göttinger Gelehrten: Carl-Friedrich Gauß liegt hier begraben.
Nicht weit von seinem Grab entfernt liegt ein weiteres Muss auf der Sehenswürdigkeiten-Liste: die Sternwarte, die er für sich bauen ließ. Der Kuppelsaal nebst Original-Teleskop ist nur bei einer Führung zu besichtigen. Gauß und Göttinger Gebäude zierten übrigens einst den Zehn-Mark-Schein.

Sollte es auf dem Rückweg bereits dunkel werden: Zwischen Sternwarte und Innenstadt zuckt ein grüner Laserstrahl am Himmel. Also: Kopf in den Nacken und Morsezeichen mitraten. Auf dieser Strecke wurde quasi das Handy erfunden, dort funkten Gauß und Weber das erste Mal.

Am Ende wartet der Wilhelmsplatz (einen Blick auf das reich verzierte Gebäude der Junkernschänke unterwegs nicht vergessen). Der Platz wird dominiert von dem Gebäude der Aula. Auch hier: Der Karzer, das alte Studentengefängnis, an dessen Wänden sich schon Bismarck mit Graffiti verewigte, ist nur mit einer geführten Tour zu besichtigen.

Viele verschlossene Schätze

Ein Tag in Göttingen reicht, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu passieren – es bleibt dabei auch Zeit, in einem der Cafés oder Restaurants der Stadt einzukehren. Das gehört zu jedem Städtetrip dazu. Und die Innenstadt-Straßen mit ihren vielen Fachwerkhäusern sind ja eine Sehenswürdigkeit an sich.

Wer die verschlossenen Schätze wie die universitären Sammlungen oder  den Karzer und die Sternwarte von Innen  sehen möchte, braucht mehr Zeit, muss sich gut vorbereiten und Touren buchen. Alle anderen können den 0,8. Tag mit einem Ausflug in die Umgebung, beispielsweise auf die Burg Plesse oder nach Hann Münden, abschließen.

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Quelle:
1. Gänseliesel
2. Altes Rathaus
3. Vier-Kirchen-Blick
4. Lichtenberg-Skulptur,
5. St: Johannis
6. Pauliner Kirche mit Bibliothek
7. Michaelshaus (Nr. 21)
8. St Jacobi
9. Städtisches Museum
10. Deutsches Theater
11. ethnologische Sammlung
12. Stadthalle
13. St Albani
14. Rohns`sches Badehaus
15. Cheltenhampark mit Gauss-Grab
16. Sternwarte
17. Laser-Telegraph
18. Junkernschänke
19. Wilhelmsplatz
20. Aula
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Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis