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Göttingen bietet ausreichend Schlafplätze für Obdachlose

Warmes Bett für kalte Tage Göttingen bietet ausreichend Schlafplätze für Obdachlose

„Wenn schon Studierende in Zelten schlafen, sagt das auch etwas über die Situation von Obdachlosen aus”, sagt Stefanie Leik von der Göttinger Straßensozialarbeit (Straso). Ihre Situation ist im Winter besonders schwierig, natürlich auch in Göttingen.

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Für die kurzfristige Unterbringung von obdachlosen Menschen stellt Göttingen zehn Zimmer zur Verfügung, die bei Bedarf sofort genutzt werden könnten.

Quelle: dpa

Göttingen. Allerdings scheinen die Stadt und verschiedene Betreuungseinrichtungen ein Netz gespannt zu haben, das den besonderen Bedürfnissen von Obdachlosen im Winter gerecht wird.

Der Bedarf an warmen Schlafplätzen ist zwar hoch, kann aber noch bedient werden.

„Wir müssen gegenwärtig keine besonderen Maßnahmen treffen“, so Stadtsprecher Detlef Johannson. Für die kurzfristige Unterbringung von obdachlosen Menschen stelle die Stadt zehn Zimmer zur Verfügung, die bei Bedarf sofort genutzt werden könnten.

„Sollte das in einem Notfall am Wochenende oder in den späten Abend- oder Nachtstunden der Fall sein, hilft die Polizei weiter, der Schlüssel für die Räume zur Verfügung stehen“, sagt Johannson. Zusätzlich fördert die Stadt die Arbeit der Straso und anderer Einrichtungen wie der Heilsarmee, dessen Übernachtungsheim ihr gehört.

Esther Gulde, Leiterin des Übernachtungsheims der Heilsarmee in der Untere-Masch-Straße, verzeichnet in den Wintermonaten durchschnittlich 25 bis 30 Übernachtungen. Die Einrichtung hat Platz für bis zu 20 Personen. Bei ihr können Personen jeden Monat bis zu fünf Tage nächtigen – im Gegensatz zu den städtischen Unterkünften werden sie hier auch verpflegt.

„Die Nachfrage steigt im Winter merklich an, aber noch haben wir Platz”

„Die Nachfrage steigt im Winter merklich an, aber noch haben wir Platz”, so Gulde. Sie bemerkt auch „dass die psychische Verfassung vieler in der dunklen Jahreszeit nicht die beste ist.“

Leik sieht bei der Zahl der Erstkontakte der vom Diakonieverband getragenen Straso im Winter keine Häufungen. „Allerdings halten sich unsere Gäste merklich länger in der Teestube auf, um sich aufzuwärmen.” Gemeinsam mit ihrem Kollegen Heino Bernsen streift sie in der kalten Jahreszeit verstärkt durch die Stadt, um hilfebedürftige Personen ausfindig zu machen.

Die Straso selbst hat keine Übernachtungsplätze, vermittelt aber kurz- und auch längerfristig Wohnraum. Nur Obdachlose Hundehalter profitierten oft nicht von den Übernachtungsangeboten: „Hunde sind fast nirgendwo erlaubt”, kritisiert Leik.

Bemerkbar mache sich der Winter in Göttingen erfreulicherweise von unverhoffter Seite: „Es ist so, dass Göttinger Bürger sehr aufmerksam sind und unsere Arbeit mit Hinweisen oder Sachspenden verstärkt unterstützen.” Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass Obdachlose nicht nur im Winter Hilfe brauchen. Leiks Kollege Bernsen ergänzt: „So toll ist es im Sommer dann auch nicht.”

Von Jonas Rohde

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