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Göttingen darf neues Kompostwerk bauen

Nach Großbrand Göttingen darf neues Kompostwerk bauen

Göttingen baut ein neues Kompostwerk. Einstimmig haben die Ratsfraktionen dafür grünes Licht gegeben. Die Ausschreibung für den Planungsauftrag ist bereits veröffentlicht. Etwa 11,2 Millionen Euro soll die neue Anlage kosten - in der künftig auch Biomüll aus Osterode verarbeitet werden soll.

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Im August 2016 zerstört ein feuer einen Großteil der Göttinger Kompostanlage.

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. Göttingen baut ein neues Kompostwerk. Einstimmig haben die Ratsfraktionen dafür am Dienstagabend grünes Licht gegeben. Die Ausschreibung für den Planungsauftrag ist unmittelbar darauf veröffentlicht worden. Etwa 11,2 Millionen Euro soll die neue Anlage kosten - in der künftig auch Biomüll aus Osterode verarbeitet werden soll.

Im Ratsausschuss für Umweltdienste hatten die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) am Dienstag ihre Pläne für eine neues Göttinger Kompostwerk am Königsbühl vorgestellt - und die Politiker überzeugt. „Es gab kaum Nachfragen, keine Diskussion und am Ende eine klare Zustimmung“, bestätigte die Ausschussvorsitzende Sabine Morgenroth (Grüne). Die Umweltpolitiker des Göttinger Kreistages hatten zuvor bereits zugestimmt. Damit haben sie auch den Weg dafür frei gemacht, künftig Bioabfall aus dem Altkreis Osterode in der neuen Göttinger Anlage zu Kompost zu verarbeiten. In dem Altkreis werden Bio- und Restabfälle erst ab 2019 getrennt eingesammelt. Die Kompostdeponien des Landkreises Göttingen können diese zusätzliche Menge nicht aufnehmen.

Ein Feuer hatte vor gut einem Jahr wesentliche Teile des alten Göttinger Kompostwerkes zerstört, seitdem ruht der Betrieb dort. Die GEB haben inzwischen von externen Gutachter prüfen lassen, ob sie die alte Anlage wieder aufbauen oder eine neue Anlage errichten sollten – und welches Verfahren bei einem Neubau die beste Alternative ist. Ergebnis: „Unter wirtschaftlichen, ökologischen, betriebsorganisatorischen und sozialen Aspekten weist ein optimierter Wiederaufbau mit Tunnelrotte die meisten Vorteile auf.“ Dabei sei der gängige Begriff „Tunnelrotte“ irreführend, hatte Maren Reimann, GEB-Geschäftsführerin für den technischen Bereich, bereits erklärt. Tatsächlich verrotte der Biomüll in dieser Anlage unter kontrollierten Bedingungen in geschlossenen Boxen. Das Ergebnis sei eine „bestmögliche Kompostqualität“, es werde mehr Energie gewonnen und wiederverwertet als bisher, und es gebe weniger Geruchsprobleme als bei anderen Verfahren.

So eine Anlage soll jetzt gebaut werden. Wie sie konkret aussehen und wie teuer sie tatsächlich wird, ist noch offen. Nach dem Grundsatzbeschluss beginne die Planung jetzt erst, so Reimann.

Zufrieden seien die Umweltpolitiker des Göttinger Rates auch mit aktuellen Plänen des Abfallzweckverbandes Südniedersachsen, so Morgenroth. Er will seine Sortier- und Abfallbehandlungsanlage in Deiderode umbauen und hat zugleich mit seinen Mitgliedern eine neue Kalkulation für 2018 ausgearbeitet. In dieser ist geregelt, wie viel Müll die beteiligten Städte und Kreise dort abgeben wollen und können und wie viel sie für die „Behandlung“ bezahlen müssen. Während der Sitzung habe Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) ausdrücklich für den „erfolgreichen“ Zweckverband geworben, so Morgenroth. Zu seinen tragenden Mitgliedern gehört außer Stadt und Landkreis Göttingen mit Abfallwirtschaft Osterode auch der Landkreis Northeim.

Von Ulrich Schubert

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