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In Göttingen fehlen rund 2000 Wohnungen

Bis 2030 In Göttingen fehlen rund 2000 Wohnungen

„Der Bedarf nach günstigem Wohnraum in Göttingen ist sehr hoch“, sagt Göttingens Stadtbaurat Thomas Dienberg. Rund 2000 entsprechende Wohnungen würden bis 2030 fehlen: neben Sozialwohnungen vor allem auch Wohnungen mit Netto-Kaltmieten von 7,50 bis 8,50 Euro pro Quadratmeter.

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Die Stadt fördert eine dichtere Bebauung in der Göttinger Innenstadt.

Quelle: Meder

Göttingen. „Wir benötigen solche Wohnungen ganz dringend, weil immer mehr Sozialwohnungen aus der Bindung fallen und keine neuen errichtet werden“, erklärt der Baudezernent. Ein Grund für das fehlende Angebot seien die seit Jahren steigenden Baukosten. Die Anforderungen und Preise im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung, etwa für Lüftungs- und Heizungsanlagen, hätten „enorm“ zugelegt. Grundstückspreise und Energiekosten zögen ebenfalls an.

„Die Stadt reagiert, indem sie Flächen für den Wohnungsbau bereitstellt, etwa in Grone am Greitweg, in Weende an der Zimmermannstraße oder in Hetjershausen am Deneweg“, betont Dienberg. Wer städtische Wohnbauflächen kaufe, erhalte Preisnachlässe von bis zu 50 Prozent. Die Bedingung: Die Erwerber müssten sich verpflichten, 50 Prozent der Wohnungen als Sozialwohnungen zu errichten. So habe es der Rat mit dem gerade verabschiedeten Haushalt beschlossen.

Um den Bedarf zu sichern, so der Stadtbaurat, fördere die Stadt zudem eine nachträglich höhere und dichtere Bebauung der Innenstadt. Möglich seien etwa Aufstockungen vorhandener Geschossbauten. Solche Projekte trieben private Investoren und die Wohnungsbaugenossenschaften voran. Entsprechende Bauanträge genehmige die Stadt zu 90 Prozent. Zu regeln sei dabei der zusätzliche Bedarf an Parkplätzen, das verstärkte Verkehrsaufkommen, aber auch Brandschutzfragen. Um die Akzeptanz bei den Nachbarn zu erhöhen, müssten sich die baulichen Veränderungen in das Straßenbild einfügen. Beratung böten Architekten und Bauaufsicht an. Dienberg wirbt für Wettbewerbe und Mehrfachbeauftragungen.

In Göttingen fehlen bis zum Jahr 2030 insgesamt rund 4800 Wohnungen. Das hat das Gewos-Institut 2016 in seiner Bedarfsprognose für Wohnbauflächen ermittelt. Als Gründe nennt Dienberg den Zuzug von Menschen aus der Region sowie von Fachkräften, die bei Göttinger Firmen oder der Universität Arbeit fänden. Studierende fragten zunehmend kleine, preisgünstige Wohnungen nach und würden damit in Wettbewerb mit Geringverdienern treten. Die Einwohnerzahl der Stadt wachse um ein Prozent jährlich.

„Um das Angebot zu decken, müssen wir enger mit dem Landkreis zusammenarbeiten“, betont Dienberg. Rosdorf und Bovenden, aber auch weiter entfernte Orte könnten durch Ausweisung von Baugebieten zur Entspannung der Situation beitragen. Darauf abgestimmt seien Bus- und Bahnverbindungen auszubauen, damit nicht alle Berufstätigen mit dem Auto nach Göttingen pendeln müssen.

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