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Göttingen hat ein Stickstoffdioxid-Problem

Grenzwert leicht überschritten Göttingen hat ein Stickstoffdioxid-Problem

Immer seltener belastet Feinstaub die Luft in Göttingen, dafür wird Stickstoffdioxid zum Problem. Erneut lag der Jahresmittelwert von NO2 im vergangenen Jahr mit 42 Mikrogramm je Kubikmeter Luft über dem Grenzwert. Folge: Ein Krisengespräch im April im Landesumweltministerium.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. NO2 entsteht bei der Verbrennung von Gas, Kohle und Öl und ist giftig. Es ist auch in Autoabgasen und in der Abluft von Verbrennungs-Heizungen enthalten. Der seit 2010 europaweit festgelegte Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Wird er dauerhaft oder massiv überschritten, müssen Kommunen Gegensteuern.

An der Messstationen an der Göttinger Bürgerstraße hat das staatliche Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim 2015 nach vorläufigen Berechnungen eine mittlere jährliche NO2-Konzentration von 42 Mikrogramm gemessen, so der Abteilungsleiter Andreas Hainsch. 2014 waren es 41 Mikrogramm. Damit wird Stickstoffdioxid ein Problem für die Stadt Göttingen, bestätigte ihr Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Die Stadt sei zu einem Gespräch im April im niedersächsischen Umweltministerium eingeladen worden. Gemeinsam mit anderen Städte werde geprüft, welche Gegenmaßnahmen „vor Ort möglich und nötig sind“. Welche weiteren Städte dabei sind, entscheide sich erst, wenn alle Messdaten vorliegen, ergänzte Justina Lethen, Sprecherin des Ministeriums. In dem Gespräch werde unter anderem geklärt, ob sie Luftreinhaltepläne erstellen oder vorhandene fortschreiben müssen.

In Göttingen gibt es bereits seit zehn Jahren einen Aktionsplan für saubere Luft – allerdings nicht gegen NO2. Damals hatte die Stadt über mehrere Jahre die traurige Spitzenposition der Feinstaub-Städte in Niedersachsen erklommen. Bis zu 67 sogenannte Überschreitungstage waren an der Bürgerstraße gemessen worden – 35 Überschreitungstage sind laut EU-Richtlinie erlaubt. Sie treten ein, wenn der Feinstaubgehalt mehr als 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft beträgt.

Inzwischen hat sich der Feinstaub in Göttingen weitgehend gelegt. Im vergangenen Jahr gab es zehn Überschreitungstage – alle in den ersten drei Monaten des Jahres. Oldenburg (17), Osnabrück (14), Hannover (13) und Braunschweig (11) lagen vor Göttingen. In den Jahren davor gab es in Göttingen 19, 21, 13 und 26 Überschreitungstage.

Feinstaub hat viele Ursachen – von Zigarettenrauch und Baustellenbetrieb über Industrieabgase bis zum Abrieb von Autoreifen auf der Straße. Er erreicht in erster Linie an kalten tagen hohe Werte. In einer dann vorherrschenden austauscharmen Wetterlage werde der Staub weniger verdünnt, erklärt Hainsch. Zugleich werde mehr Staub über weite Strecken transportiert. Und im Winter werde mehr geheizt.

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