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„Göttingen hilft“: Fahrrad-Doc werkelt mit Flüchtlingen

Aktion „Göttingen hilft“: Fahrrad-Doc werkelt mit Flüchtlingen

Angosum aus Eritrea hat noch nicht viel von der Stadt Göttingen gesehen. Der 18-jährige Flüchtling lebt in Weende. Künftig kann er sein Umfeld statt zu Fuß mit dem Fahrrad erkunden. Verholfen hat ihm dazu Jörg Bode. Der Fahrrad-Doc, Inhaber zweier Geschäfte in Göttingen und Weende, hilft Angosum und anderen Asylbewerbern, alte Fahrräder aus dem eigenen Bestand wieder fahrtüchtig herzurichten.

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Fahrradreparatur: Jörg Bode (l.) zeigt Angosum, wie es geht.

Quelle: KK

Göttingen. Auf der Internetseite goettingen-hilft.de bietet Bode wie viele andere Göttinger Unterstützung für Flüchtlinge an. „Ich habe immer wieder mal ein Rad zu verschenken. Ob etwas da ist, kann man jederzeit erfragen. Die Fahrräder sind natürlich alle StVZo und auch ein Schloß kann es dazu geben“, heißt es in seiner Mitteilung bei „Göttingen hilft“. Die Initiatoren des Projektes möchten Flüchtlingen „mit Rat und Tat, mit Engagement und Ideen“ helfen, sich in Deutschland einzuleben.

So auch Bode: „Meine Frau stammt aus Bulgarien. Ich weiß, wie schwierig es ist, im Ausland klarzukommen“, begründet der 48-jährige Fahrradexperte sein Engagement. An diesem Vormittag hat sich eine Helferin der Arbeiterwohlfahrt mit Flüchtlingen angesagt. „Wir suchen immer Fahrräder, die wir weitergeben können“, sagt die Ehrenamtliche. Bode will den jungen Männern helfen, gespendete Räder wieder instandzusetzen. „Die kleinen Ersatzteile schenke ich dazu“, sagt der Göttinger Geschäftsmann. Gustavo aus Kolumbien hat Glück: Sein Fahrrad hat Bode bereits fertig. Gustavo geht bislang zu Fuß, den Bus, erzählt er in englischer Sprache, nutze er bislang selten. „Das können sich die Flüchtlinge nicht leisten“, berichtet Bode.

Angosums neues Fortbewegungsmittel ist reparaturdürftig. Bode zeigt dem jungen Afrikaner, wie er den Schlauch wechseln und das Rad anschließend wieder in der Gabel fixieren kann. Der 18-Jährige werkelt geschickt mit dem Schraubendreher. Und dann, „ganz wichtig“ sagt Bode eindringlich, muss er sich die Bedienung des Dynamos und der Bremse einprägen.

Bode freut sich, dass die jungen Männer mit den gespendeten Fahrrädern mobiler werden. Und dass ihm sein Beruf praktische Hilfe ermöglicht. Unterstützung für die Flüchtlinge werde „viel zu oft über Geld definiert“, sagt er. „Wir sollten aber nicht vergessen, dass es hier um Menschen geht“.

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