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"Die Laufbahn ist gesperrt! Unfallgefahr!"

Göttingen investiert in Sportstätten "Die Laufbahn ist gesperrt! Unfallgefahr!"

Fünf Millionen Euro stehen der Stadt Göttingen in diesem und nächsten Jahr zur Verfügung, Sportstätten im Stadtgebiet zu sanieren. Alexander Frey, GöSF-Geschäftsführer und Herr über die Sportstätten, sieht die Stadt "vergleichsweise gut aufgestellt". Doch es gibt Stätten, die dringend saniert werden müssen.

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Quelle: Wenzel

Göttingen. "An alle Nutzer! Die Laufbahn ist gesperrt! Unfallgefahr!", steht auf einem Schild an der Laufbahn auf den Zietenterrassen. Auf der Rundlaufbahn reiht sich Loch an Loch im bröseligen Kunststoffbelag. Die weißen Seiteneinfassungen sind zerbrochen oder herausgerissen. Seit Monaten ist Bahn gesperrt. Die Verletzungsgefahr ist so hoch, dass etwa die Lohbergschule zuletzt ihren traditionellen Sponsorenlauf hatte absagen müssen. 

"Hier besteht ein hoher Bedarf durch die Anwohner und Schulen. Die Laufbahn ist nun schon seit Monaten offiziell gesperrt und es passierte bisher nichts weiter", sagt Anwohner Janosch Karath. Die Weitsprunganlage sei in einem noch schlechteren Zustand. Die Nutzung dort sei "lebensgefährlich", sagt Karath.

 Alexander Frey, Geschäftsführer der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GöSF), verspricht die Sanierung, aber nicht mehr in diesem Jahr. 2018 will die GöSF rund 150000 Euro in eine neue Laufbahn investieren. Allerdings nicht mehr in eine Rundlaufbahn, sondern nur noch in eine 100-Meter-Bahn.

Trotz der Mängel auf den Zietenterrassen sieht Frey die Stadt und ihre Sportstätten "vergleichsweise gut aufgestellt". In diesem Jahr seien wichtige Sanierungen geplant, "vorzugsweise in den Sommerferien" soll saniert werden, erläutert Frey. 

Folgende Sanierungen sind geplant:

  • Sanierung des Weender Freibades mit der Entwicklung eines Bewegungsparks für zwei Millionen Euro
  • Bau von drei Kunstrasenplätzen für zusammen 1,8 Millionen Euro
  • Grundsanierung des Umkleidetraktes in der Turnhalle der ehemaligen Jahnschule für 280000 Euro
  • Sanierung von Umkleiden und sanitären Anlagen in der Turnhalle in Herberhausen für 220000 Euro
  • Sanierung von Duschen und WCs in der Turnhalle der Mittelbergschule für rund 600000 Euro
  • neuer Sportboden in der Sporthalle an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule für 220000 Euro

Bereits in der Dezember-Sitzung des Sportausschusses hatte Frey den Bau der drei Kunstrasenplätze als "dringend erforderlich" und als eine sehr gute Entwicklung für den Fußball in Göttingen bezeichnet. Das Training auf den Hartplätzen sei derzeit nur noch mit starken Einschränkungen möglich und die GoeSF erhofft sich mit den Sanierungen eine Belebung des Sportbetriebes. Umbauen will die GoeSF die etwa 40 Jahre alten Hartplätze an der Benzstraße, am Rehbach und im Maschpark.

"Am Maschparkstadion muss unbedingt ein Kunstrasen gebaut werden, der ganzjährlich bespielbar ist", kommentiert dann auch Facebook-Nutzer Lukas He einen Tageblatt-Beitrag. Frey kündigt zudem die Sanierung des Umkleidehauses im Maschpark an sowie die einiger Trinkwasseranlagen in Turn- und Sporthallen. Derzeit werde, so Frey, noch geprüft, wann die GöSF damit beginnen kann. Auch die Kosten stehen noch nicht fest. Die Funsporthalle auf den Zietenterrassen soll für rund 200000 Euro ein neues Dach mit Wärmedämmung bekommen. Langfristig steht nach Freys Auskunft der Umkleidetrakt der Sporthalle Geismar zur Sanierung und Modernisierung an.

Für Facebook-Nutzerin Kerstin Pinter ist etwa die Sporthalle der Hainbundschule in Weende "ein Witz". "Die Duschen sind noch die alten, mit der Stadt muss man jedes Mal in Verhandlungen treten, wenn man mal außer der Reihe Licht braucht", berichtet sie. Auch die Unterbringung der Sportgeräte sei unangemessen. So müssten die Nutzer etwa erst Hocker und aufgepumpte Sitzbälle beiseite räumen, berichtet sie.

Frey nannte die fünf Millionen Euro Investitionen in die Sportstätten "ein richtiges Brett". "Was nützen uns hervorragende Vereine, wenn wir keine vernünftigen Sportstätten bieten können?", fragte er. Für Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) sind diese fünf Millionen Euro Investitionen in "nachhaltige Strukturen".

Dass es nach Freys Kenntnisstand keinen weiteren so gravierenden Fall in Göttingen wie die Laufbahn auf den Zietenterrassen gibt, liegt seiner Meinung nach daran, dass die Stadt Göttingen "in den vergangenen 15 bis 20 Jahren wahnsinnig viel" an den Sportanlagen gearbeitet und ein Mammutprogramm hinter sich habe. Vieles sei nach außen gar nicht sichtbar. Es handele oft um Investitionen in die Gebäudesubstanz oder -Infrastruktur, so Frey. Allerdings: Dort, wo vor 20 Jahren mal begonnen wurde, stünden bald schon wieder Sanierungen an.

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