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Göttingen ist Brennpunkt bei Einbrüchen

Kriminalstatistik Göttingen ist Brennpunkt bei Einbrüchen

Die Karte zeigt das Zuständigkeitsgebiet der Polizeidirektion, die "Brennpunkte Wohnungseinbrüche". Göttingen wirkt darauf wie durchgebrannt. Hier ist die Zahl der Einbrüche 2015 extrem gestiegen: von 338 auf 513. Allerdings ist auch die Aufklärungsquote spitze: fast ein Drittel aller Taten sind geklärt.

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Die Grafik zeigt: Wohnungseinbrüche sind in Göttingen besonders häufig.

Quelle: EF

Göttingen. Das wurde während der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik für 2015 durch Polizeidirektion und -inspektion deutlich. Wie schon bei der Vorstellung durch den Innenminister landesweit beklagt, stiegen auch zwischen Hoya und Hann. Münden, Weser und Walkenried, dem Direktionsgebiet also, die Einbrüche stark an.

Um 11,24 Prozent, dem höchsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich, sagt Bernd Wiesendorf, der Vize-Polizeipräsident. In Göttingen ist es noch dramatischer: Sprunghaft von 319 über 338 auf 513 Einbrüche stieg die Zahl binnen drei Jahren.

Der Blick auf die Karte zeigt auch den Grund: Es müssen viele reisende Einbrecher sein, die in der Nähe der großen Verkehrsströme, also meist der Autobahnen, zuschlagen. Allein in Rosdorf und Friedland zählte die Polizei 40 Tageswohnungseinbrüche, die mobilen Tätern zugerechnet werden. Dort wurde mit Flugblättern und Hausbesuchen der Gefahr entgegengewirkt.

Allerdings, so die Erkenntnis des Göttinger Kripo-Chefs Volker Warnecke, sind es wohl nur zur Hälfte solche reisenden Tätergruppen. Traditionell werde es in Großstädten wie Göttingen immer einen Anteil an Einbrüchen als Beschaffungskriminalität geben. Und dann werden auch jene Taten als Einbruch gewertet, wenn in berüchtigten Wohnanlagen "irgendwo der Wodka alle ist und mal eben die Tür eingeteten" werde. 50 Prozent der Taten werden den letzten beiden Motiven zugerechnet.

Dann gibt es da noch eine Zahl, auf die Warnecke "richtig stolz" ist und "es auch sein kann". Denn mit einer Aufklärungsquote von 32,55 Prozent bei Einbrüchen stellt Göttingen alles in den Schatten. Das Land liegt in diesem Deliktsbereich bei 22,21, die Direktion bei 22,71 Prozent.

Die intensive Aufklärung und Prävention hätten geholfen, etliche Gruppen zu überführen. Kollege Wiesendorf und Klaus Häuser von der Direktion bestätigen: Wenn die Polizei gezielt ermittelt und das offenbar wird, verdrängt sie die Täter. Es habe Brennpunkte gegeben, so Häuser, da gab es nach einer spektakulären Polizeiaktion über Tage keine einzige Tat mehr.

Kriminalität in Zahlen

Göttingen. In der Polizeidirektion Göttingen mit ihren fünf Inspektionen und rund 1,23 Millionen Menschen wurden 2015 genau 79 927 Straftaten gezählt, das ist etwa das Niveau wie seit 2012. Die Aufklärungsquote liegt mit 63,70 Prozent nur knapp unter dem Niveau der vergangenen fünf Jahre.

Damit gilt das Direktionsgebiet auch im Landesvergleich als eines mit "unverändert hohem Sicherheitsniveau". Der Anteil der Delikte, die durch Zuwanderer verübt wurden, liegt bei 3,3 Prozent. Aktuell leben etwa 11 000 Asylbewerber im Bereich der Polizeidirektion Göttingen. Nicht in die Statistik eingeflossen sind die reinen ausländerrechtlichen Taten, die ein Deutscher nicht begehen kann (zum Beispiel fehlende Papiere).

In der Polizeiinspektion Göttingen (Stadt und Kreis) stieg die Anzahl der Straftaten 2015 von 20 772 auf 21 825. Hier sind die ausländerrechtlichen Taten (etwa 1000) aber noch enthalten. Die Aufklärungsquote, die 2014 mit 63,53 Prozent einen Höchststand erreicht hatte, fiel auf 63,21 Prozent.

Die Zahl der Rohheitsdelikte stieg 2015 nur knapp von 1827 auf 1857, die der Körperverletzungen fiel von 151 auf 136. Anders als auf Landes- und Direktionsebene sank die Zahl der Angriffe gegen Polizeibeamte in Göttingen leicht. Die Cyberkriminalität, zu der es in Göttignen eine eigene Ermittlungsgruppe mit acht Mitarbeitern gibt, registrierte mit 772 Fällen einen gleichbleibend hohen Stand.

Allerdings fließen nur 158 Taten in die Kriminalstatistik ein, weil in den anderen Fällen Täter und Server im Ausland sitzen. Die Ermittlungsgruppe wird demnächst um einem von 22 vom Land Niedersachsen neu angestellten Informatik-Spezialisten ergänzt.       ck

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