Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Göttingen legt Gutachten zur Molch-Suche vor

Groner Tor Göttingen legt Gutachten zur Molch-Suche vor

Fünf Naturschutzgutachten hat die Stadtverwaltung seit 2008 erstellen lassen, um einen geplanten Hotel- und Sparkassenbau am Groner Tor abzusichern. „Wir haben uns nichts vorzuwerfen“, sagt Stadtbaurat Thomas Dienberg und weist Rücktrittforderungen von den Piraten zurück.

Voriger Artikel
Laika-Freunde machen am Sandweg Station
Nächster Artikel
Stadthalle Göttingen steht am richtigen Platz

Bergmolchbaby aus den Teichen hinter dem Zoologischen Institut

Quelle: Rainer Willmann

Göttingen. Während bereits die ersten Bagger für Vorarbeiten über das Gelände an der Ecke Berliner Straße und Holtenser Landstraße rollen, wird weiter über Naturschutz und bedrohte Tierarten auf dem Gelände gestritten. Naturschutzverbände, die Piraten und Göttingens Umweltschutzbeauftragte Britta Walbrun kritisieren, dass im Genehmigungsprozess für das Bauprojekt schutzwürdige Amphibien nicht beachtet worden seien. Sie sollen in einem kleinen Teich auf dem Nachbargrundstück leben und laut Naturschützen das Baugelände als Landlebensraum nutzen, darunter auch seltene Arten wie Kammmolche. Walbrun kritisiert zudem, dass bereits im Frühjahr Bäume gefällt werden durften, obwohl erst jetzt mit Bautätigkeiten begonnen wurde. Stadtratsfraktion und der Kreisverband der Piraten werfen Dienberg in einer Stellungnahme an das Landessozialministerium Falschaussage vor.

Bergmolch

Quelle: Sophia Willmann

Er und die Verwaltung hätten sich nichts vorzuwerfen, konterte Dienberg jetzt im Umweltausschuss des Rates. Mehrfach sei das Gelände von einem externen, anerkannten Gutachterbüro untersucht worden. „Und auf diese Expertisen verlasse ich mich“, sagte er. Im Ausschuss legte Dienberg eine Chronologie der Untersuchungen vor. Dazu gehören unter anderem eine „naturschutzfachliche Stellungnahme“ zum Bebauungsplan für das Areal im Jahr 2008, eine weitere Voruntersuchung zum Biotop- und Baumbestand (2010), eine Untersuchung möglicher Fledermausquartiere im damals vorhandenen Abrissgebäude (2013), eine Baumhöhlenkontrolle (2014) und eine gezielte Suche nach Kammmolchen durch das Gutachterbüro im Juli 2015.

 

Dr. Christiane Bramer vom Zoologischen Institut der Universität mit einer Handvoll junger Molche

Quelle: Rainer Willmann

2013 habe es Hinweise auf Teichmolche gegeben, nicht aber auf bedrohte Arten. 2014 habe das Fachbüro festgestellt, dass „eine relevante Nutzung des Baugrundstückes“ durch Amphibien aus dem Nachbarteich ausgeschlossen wird, so Dienberg.

 

Gleich fünf Molchlarven auf einmal - mit einem einzigen Griff mit einem Käscher in die Teiche hinter dem Zoologischen Institut

Quelle: Rainer Willmann

Von den politischen Mitgliedern des Bauausschusses gab es dazu keine weiteren Kommentare. Walbrun beklagte allerdings, dass wesentliche Untersuchungen zum falschen Zeitpunkt erfolgt seien. Im Juli hätten sich Molche längst aus den Gewässern in ihre Landlebensbereiche zurückgezogen. Das aber sei nie gezielt untersucht worden.

Larve des Bergmolches – fürs Foto kurz dem Teich hinter der Zoologie entnommen

Quelle: Rainer Willmann
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Thema des Tages: Steinträume aus der Toskana