Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Göttingen muss 50 weitere Flüchtlinge aufnehmen

Entlastung für Lager, Belastung für Kommunen Göttingen muss 50 weitere Flüchtlinge aufnehmen

Die Ankündigung des Niedersächsischen Innenministeriums vom vergangenen Freitag, dass aus den vier völlig überlasteten Erstaufnahmelagern 3000 Flüchtlinge zusätzlich von den Kommunen untergebracht werden müssen, hat auch in den Kreisen Göttingen und Northeim für fieberhafte Suche nach neuem Wohnraum gesorgt.

Voriger Artikel
Wie die Stadt nach dem Straso-Diebstahl hilft
Nächster Artikel
Malteser-Pilgerer erkunden Heimat
Quelle: Heller

Hannover/Göttingen/Northeim. Im Landkreis Göttingen ist die damit verbundene Herausforderung laut Pressesprecherin Andrea Riedel-Elsner schon bewältigt: Elf Menschen werden aufgenommen, darunter eine sechsköpfige Familie, eine dreiköpfige Familie und eine Mutter mit Kind. Sie werden Wohnungen im Raum Duderstadt beziehen. Ihr Auszug aus dem Grenzdurchgangslager Friedland entlastet die mit 2350 Menschen völlig überfüllte Erstaufnahmeeinrichtung. Der Landkreis Göttingen erhält im Verteilerschlüssel der niedersächsischen Kommunen stets nur ein kleineres Kontingent zugewiesen, weil ihm bereits die Vielzahl der Asylbewerber in Friedland entlastend angerechnet werden.

Bis zum 13. August hat die Stadt Göttingen Zeit, ihren Anteil an dem Kontingent von 3000 Menschen unterzubringen. 50 Flüchtlinge werden der Stadt zugewiesen. Wo sie untergebracht werden sollen, so Sprecher Detlef Johannson, ist noch offen. Die Stadt ist bereits dazu übergegangen, Sammelunterkünfte neu zu bauen, weil Wohnraum in der Stadt fehlt. Von einem neuerlichen Aufruf in der nunmehr noch prekäreren Situation verspricht sich Johannson nicht viel. Es werde aber „nach wie vor dringend Wohnraum gesucht.“

Optimistischer ist man im Landkreis Northeim, wo kurzfristig 58 weitere Flüchtlinge aus Friedland unterzubringen sind. Der Landkreis hat dazu aufgerufen, „Wohnraum kleineren Zuschnitts“  zu melden. Jene Menschen, die nicht sofort untergebracht werden können, sollen übergangsweise in der Feuerwehrtechnischen Zentrale ein neues Zuhause auf Zeit erhalten.

Unterdessen hat die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände vom Land kurzfristig weitere 5000 Erstaufnahmeplätze gefordert. Das Erstaufnahmesystem des Landes sei „faktisch zusammengebrochen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die „Hau-Ruck-Aktion“ führe zu einer erheblichen Verschärfung der „zum Teil schon extrem angespannten Unterbringungslage“, erklärten die Geschäftsführer von Städte- und Gemeindebund.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen