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Göttingen richtet Kondolenzplatz am Neuen Rathaus ein

Für die Opfer des Anschlags von Paris Göttingen richtet Kondolenzplatz am Neuen Rathaus ein

Nach dem Terroranschlag gegen das Satiremagazin Charlie Hebdo am Mittwoch in Paris hat die Stadt Göttingen vor dem Neuen Rathaus einen Kondolenzplatz eingerichtet. Dort können Bürger seit Freitag in einem vor Wind geschützten Bereich zwischen den halbmast geflaggten Fahnen Blumen, Kerzen und Briefe als Zeichen ihres Mitgefühls ablegen.

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Platz zum Trauern und Gedenken: Vor Wind geschützter Bereich am Neuen Rathaus.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) hat am Fuß der französischen Fahne einen Kranz zum Gedenken an die Opfer des Anschlags niederlegen.

„Wir wollen damit unsere große Trauer und unser tiefes Mitgefühl bekunden“, sagte Köhler. Dies habe er auch in einem Brief an Göttingens französische Partnerstadt getan. Der Anschlag auf Journalisten und Karikaturisten in Paris sei nicht nur ein Angriff auf Frankreich, sondern auch ein Angriff auf die demokratische Ordnung.

Nach einer vorherigen Twitter-Nachricht des Tageblattes hatten sich spontan Mitglieder der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Göttingen der Kranzniederlegung angeschlossen. „Ich bin tief emotionalisiert und bewegt“, sagte Vereinsmitglied Sigrid Vogel.

Sie sei am Mittwoch in Frankreich gewesen und habe die Nachrichten vom Anschlag und die Reaktionen der erschütterten Menschen direkt aufgenommen. Das sei schrecklich für das Land. Aber „es ist nicht nur Frankreich“, das verletzt wurde, „es ist Europa“, fügte sie an.

Keine Hinweise auf konkrete Gefahren

Die Frage, ob die Göttinger Moscheen nach dem islamisch motivierten Anschlag in Paris vor Übergriffen stärker geschützt oder beobachtet würden, wollte die Göttinger Polizei am Freitag nicht beantworten, obwohl laut Bundeskriminalamt die Polizeibehörden vor Ort die Risikobewertung selbst erstelle und Maßnahmen einleite.

Inoffiziell hieß es, die Polizei fahre im Umfeld der Moscheen verstärkt Streife. Allerdings gebe es derzeit keine Hinweise auf konkrete Gefahren und man schätze das Gefährdungspotenzial nicht höher ein als vor dem Anschlag.

Das Landeskriminalamt in Hannover erklärte, „zur weiteren Sensibilisierung“ würden Kooperationsgespräche mit Vertretern muslimischer Einrichtungen und Moscheengemeinden geführt. LKA-Sprecher Uwe Schwellnus : „Die Gefährdungslage durch militante Islamisten bleibt abstrakt hoch. Es gibt zur Zeit keine konkreten Hinweise auf Anschläge.“

Unterdessen hat der Göttinger FDP-Kreisvorsitzende Lutz Knopek den Mündener SPD-Landtagsabgeordneten Ronald Schminke für seine im Tageblatt zitierten Äußerungen zum Pariser Attentat kritisiert. Schminke hatte angeregt, „darüber nachzudenken, ob religiöse Karikaturen nicht die Gefühle mancher extremer Menschen zu tief verletzen“.

Damit, so Knopek, „relativiert Schminke in unerträglicher Weise die Schuld der Täter an diesem fürchterlichen Verbrechen und gibt den Opfern sogar indirekt eine Teilschuld“. Äußerungen wie die von Schminke „beenden jegliche kritische Debatte“, erklärt Knopek: „Die Werte der Aufklärung sind hart erkämpft worden, nicht zuletzt auch gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen.“ 

Von Ulrich Schubert und Matthias Heinzel

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