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Göttingen und Duderstadt diskutieren über Arbeitszeitgesetz

Acht-Stunden-Tag adé? Göttingen und Duderstadt diskutieren über Arbeitszeitgesetz

Die Arbeitgeber wollen den Acht-Stunden-Tag abschaffen. Sie fordern stattdessen eine Wochenarbeitszeit und mehr Flexibilität für Angestellte. diese könnten an einem Tag dann auch mal neun, am anderen dafür nur sieben Stunden arbeiten.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Duderstat. Bei einer Umfrage auf dem Wochenmarkt hat das Tageblatt die Göttinger nach ihrer Meinung gefragt.

Eike Christian ist in der Landwirtschaft tätig und arbeitet zum Teil 16 Stunden am Tag. „Als Selbstständigem bleibt einem da nichts anderes übrig. Als Angestellter allerdings sollte man flexibel sein.“ Jeder sollte selbst entscheiden können, wie lange er tatsächlich arbeiten muss, um alles zu schaffen. Auch Carola Schäfer ist dieser Meinung „Der Mensch weiß doch, was er schaffen muss, und davon abhängig muss er vielleicht mal länger bleiben, kann aber auch mal früher gehen.“

Johannes Loos ist anderer Meinung: „Die Leute leisten mehr Arbeit, bei gleichem Gehalt. Der Überschuss geht dann an die Arbeitgeber, so dass die Schere zwischen Arm und Reich noch größer wird.“ Der Arbeitnehmer müsse geschützt werden.

Einen Fünfstundentag hat Roland Föhre, von acht bis eins.„Ich finde das genau richtig. Ich will nicht mehr arbeiten. Geld hin oder her. Die sechs Stunden arbeite ich konzentriert, und dann habe ich frei“, sagt er lachend. Irene Stiller äußert sich kritisch, die Idee höre sich erst einmal gut an. Ihr sei aber zu misstrauen, allein, weil sie von den Arbeitgebern ausgehe. „Soll ich jetzt 24 Stunden am Tag erreichbar sein, und das nennt sich flexibel? Nein, danke.“ Weitere Marktbesucher äußern sich ebenfalls kritisch. Viele fragen sich, ob es sich tatsächlich nur um einen Vorwand handele, um die Arbeitszeiten heraufsetzen zu können. Andere finden die Idee gut, am Freitag früher nach Hause zu fahren. Dann sei das Wochenende gleich viel länger.

 

Eike Christian ist in der Landwirtschaft tätig und arbeitet zum Teil 16 Stunden am Tag. „Als Selbstständigem bleibt einem da nichts anderes übrig. Als Angestellter allerdings sollte man flexibel sein.“ Jeder sollte selbst entscheiden können, wie lange er tatsächlich arbeiten muss, um alles zu schaffen.

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„Von Arbeitnehmern wird immer mehr Flexibilität erwartet, dann kann auch der Arbeitstag flexibler gestaltet sein“, meint Lukas Dreyling. Für junge Menschen, die eine Familie gründen, sei es mit nicht starr festgelegten Zeiten einfacher, den Alltag zu managen. Da Arbeitnehmer motivierter seien, wenn sie die Möglichkeit hätten, ihre Arbeit flexibler einzuteilen, könne es zu einer Produktivitätssteigerung kommen, so der Duderstädter, der in Münster ein Studium der Landschaftsökologie absolviert.

 
„Ich finde die Idee gut“, sagt Claudia Hampel. Gerade Familien könnten von mehr zeitlichen Gestaltungsmöglichkeiten profitieren. „Ich würde auch mal einen Tag sehr lange arbeiten, wenn ich dafür einen anderen Tag frei hätte“,  betont die Duderstädterin.

 
„Wenn es nicht zu einer Erhöhung der Gesamtarbeitszeit kommt, dann begrüße ich die Idee“, äußert Olav Schilling. Schließlich fördere die vorgeschlagene Veränderung die Lebensqualität, die Freizeit lasse sich flexibler planen. Unternehmer wie Handwerker könnten noch besser auf Kundenwünsche eingehen, meint der Duderstädter.

 
„Es darf nicht zu Lasten der Arbeitnehmer gehen, wenn sie zeitlich flexibel einsetzbar sind“, ist die Ansicht von Heidi Hoyck. Positiv sei eine entsprechende Veränderung für Menschen, die in kreativen Berufen arbeiten. Sie könnte den Tag besser strukturieren und Inspirationen dann umsetzen, wenn sie diese hätten.  Neue Zeitmodelle sollten, so die Rittmarshäuserin, dazu führen, dass Beschäftigte ihre Familien- und Freizeitbedürfnisse besser regeln können. Eine solche Flexibilität dürfte eine höhere Zufriedenheit der Beschäftigten zur Folge haben, was für die Produktivität von Vorteil sei, vermutet Hoyck.

 
„Den Acht-Stunden-Tag sollte man beibehalten, schließlich haben wir lange genug dafür gekämpft“, sagt Peter Weber aus Nesselröden. Dies schließe aber Flexibilisierungen nicht aus. Sie könnten zum Tragen kommen, wenn eine Firma mit Standorten in mehreren Zeitzonen vertreten sei und die Beschäftigten statt morgens erst mittags mit ihrer Arbeit beginnen würden.

Von Janna Silinger und Axel Artmann

 

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