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1327 Fahrräder in Göttingen in 2016 gestohlen

Hochburg der Fahrraddiebe 1327 Fahrräder in Göttingen in 2016 gestohlen

In kaum einem Ranking ist die Stadt Göttingen so konstant auf vorderen Plätzen zu finden, wie bei der Statistik der Fahrraddiebstähle. Laut einer bundesweiten Auswertung des Online-Portals billiger.de liegt Göttingen 2016 wie in den Vorjahren auf dem zwölften Platz von 100 Städten.

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Quelle: Vetter

Göttingen. Im Bereich der Polizeiinspektion Göttingen wurden im Vorjahr 1327 Fahrraddiebstähle angezeigt, davon allein 1229 im Stadtgebiet. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Und das Gros der Räder bleibt verschwunden, wechselt in Teilen oder am Stück auf Flohmärkten oder im Internet den Besitzer. Mit einer Aufklärungsquote von 9,1 Prozent liegt die Göttinger Polizei zwar leicht über dem Bundesdurchschnitt (8,8 Prozent). Tatsächlich gilt aber auch hier: Neun von zehn Göttinger, deren Rad gestohlen wird, sehen es nicht mehr wieder. Ein großes Problem bei der Auflärung der Taten ist nach Aussage der Göttinger Ermittler, dass bei mutmaßlichen Tätern aufgefundene Räder oftmals nicht zugeordnet werden können. Daher rate die Polizei jedem zur Registrierung (siehe Kasten).
Bundesweit lesen sich die Zahlen dramatisch: Insgesamt wurden 2016 fast 333 000 Fahrräder gestohlen - jede Stunde 38. Der entstandene Schaden wird mit 177 Millionen Euro angegeben. Dabei haben es Diebe immer häufiger auf hochwertige E-Bikes abgesehen. An der Spitze der Tabelle liegt weiterhin die Stadt Münster mit 1721 Fahrraddiebstählen pro 100000 Einwohner. Dicht gefolgt von Leipzig (1720), Halle (1543) und Cottbus (1513). Im Vergleich reihen sich die Städte Hannover (907/Platz 17), Braunschweig (798/25) und Kassel (321/78) deutlich hinter Göttingen ein. Am sichersten bewegen sich Fahrradfahrer laut der Kriminalitätsstatistik übrigens im Nordrhein-Westfälischen Remscheid (55/100).

Die gute Nachricht für Südniedersachsen: Hier sind die Anzeigen leicht rückläufig. Während die Fahrraddiebe in den Großstädten im Osten Deutschlands immer häufiger zuschlagen, wurden in Göttingen 92 Anzeigen weniger entgegengenommen. Vor allem jenseits der Stadtgrenze kommt es seltener zum Fahrradklau. Der Landkreis Göttingen (alt) belegte 2015 mit 571 gestohlen gemeldeten Rädern Platz 20. Ein Jahr später ist er mit 98 Meldungen aus der Top-30 herausgefallen.
Auch wenn bei über 90 Prozent der Fälle die Fahrraddiebe nicht ermittelt werden, macht die Datenerhebung von billiger.de eine statistische Aussage zu den Tätern: 92 Prozent sind männlich, 38 Prozent jünger als 21 Jahre und 66,5 Prozent sind Deutsche. Zudem gibt es offenkundig eine Hauptsaison für Fahrradklau, und die hat gerade begonnen.

Tipps zur Fahrradsicherung

Polizei und ADFC empfehlen das Rad ausreichend zu sichern.

  • die PI Göttingen bietet im Netz eine kostenlose Fahrradregistrierung. Im Falle eines Diebstahls sind die Fahrraddaten danach jederzeit abrufbar und der Besitzer leicht identifizierbar.
  • ähnlich funktioniert die Fahrrad-Codierung. Eine Zahlenfolge wird in den Rahmen graviert und macht es digital erfassbar. Sinnvoll ist das vor allem in Verbindung mit dem bundesweit einheitlichen Fahrradpass, der auch als App erhältlich ist.
  • Experten raten zudem zum Kauf von massiven Schlössern und zum Anschließen an stabilen Gegenständen. Benötigt er mehr als drei Minuten, um das Fahrrad zu stehlen, lässt der Gelegenheitsdieb in der Regel die Hände davon.
  • Bei teuren Rädern oder Pedelecs empfehlen Experten zudem sogenannte GPS-Tracker, die allerdings eine ausreichend starke Energieversorgung haben sollten, damit sie auch über einen längeren Zeitraum ein Signal aussenden.
  • Schließlich lässt sich ein Fahrrad gegen Diebstahl versichern. Hier empfehlen Experten zu überprüfen, wann die Hausratversicherung zahlt, und wann eine Zusatzversicherung nötig ist.
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