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Göttingen wickelt städtischen Betrieb Juweel ab

Zwölf Jahre Ermittlungen und Verwirrungen Göttingen wickelt städtischen Betrieb Juweel ab

Zwölf Jahre nach der Firmenpleite und eingeleiteten Auflösung, nach Justiz-Ermittlungen, Insolvenzverfahren und scharfen politischen Angriffen auf eine Dezernentin soll das Kapitel der Göttinger Juweel gGmbH jetzt abgeschlossen werden.

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Grundstück und Recycling-Halle von Juweel in Göttingen an der Grätzelstraße 14a, aufgenommen im September 2004.

Quelle: Bernd Beuermann/Archiv

Göttingen. Bei einer Gegenstimme hat der Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Rates der Stadt Göttingen alle jetzt vorliegenden Jahresabschlüsse des sozialen Betriebes der Stadt und des Landkreises bestätigt sowie den Aufsichtsrat und den Liquidator der Gesellschaft entlastet. Abschließend entscheidet noch der Verwaltungsausschuss des Rates.

 
Als gemeinnütziger sozialer Betrieb entwickelte sich die 1994 von der Stadt Göttingen gegründete Juweel gGmbH als wichtiges Instrument, Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu bieten. Hauptstandbein war die Wiederverwertung von Elektroschrott in der Juweel-Recycling. Später kamen Gastronomie und ein Naturkostservice hinzu – und der Landkreis Göttingen stieg mit neun Prozent als Mitgesellschafter ein. Als neue Recycling-Gesetze den Markt drastisch veränderten, geriet der Betrieb in Finanznot – 2003 sollte er liquidiert werden.

 
Dabei stellte sich heraus, dass das Unternehmen hoch überschuldet war. Es folgten Rettungsversuche durch städtische Sonderkredite, Ermittlungen der Steuerbehörden und weitere juristische Prüfungen  unter anderem wegen vermeintlich falsch abgerechneter Überstunden. Das Land forderte geleistete Zuschüsse zurück. Die Aufsichtsratsvorsitzende und Dezernentin der Stadt, Dagmar Schlapeit-Beck, geriet politisch unter Beschuss. Jetzt sei alles ordnungsgemäß abgewickelt und abgeschlossen, berichtete der frühere Leiter der Finanzabteilung der Stadt und beauftragte Liquidator, Gerrit Schmidt – erkennbar erleichtert.

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