Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Stadthalle soll durchgecheckt werden

Göttingen Stadthalle soll durchgecheckt werden

Wie marode ist die Göttinger Stadthalle wirklich? Wie viel Geld muss die Stadt in das gut 50 Jahre alte Haus stecken, um es langfristig weiter zu betreiben? Um das herauszufinden, will die Verwaltung 475.000 Euro für Gutachten und Pläne ausgeben - noch in diesem Jahr.

Voriger Artikel
Einbruchserie im Landkreis Göttingen
Nächster Artikel
„Heute ist ein schöner Tag“
Quelle: Christoph Mischke

Göttingen. Dabei seien alle Möglichkeiten offen, sagte Stadtbaurat Thomas Dienberg - auch eine Stadthalle ohne ihre markanten Kacheln an der Außenfassade. Heizung und Lüftung, Mauerwerk, Ton- und Lichttechnik, Brandschutz, Gastronomie im Außenbereich und ein neuer Anbau: „Wir wollen alles genau untersuchen und nach einer differenzierten Bestandsaufnahme ein Sanierungskonzept vorlegen, das keine späteren Überraschungen mehr birgt“, erklärte Dienberg auf Nachfrage.

Wenn dabei herauskommen sollte, dass sich die problematischen Halterungen der sogenannten Fassaden-Kacheln nicht mit einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand erneuern lassen, „ist auch das eine Option“. Wenn dann vielleicht Investitionen in Millionenhöhe in den Etatplan der Stadt für die nächsten Jahre eingestellt werden, „muss das auf der Basis fundierter Kenntnisse passieren“.

Überrascht sind vorerst die Kulturpolitiker des Rates. Sie sollen in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses am Donnerstag über einen ersten Nachtrag zum Wirtschaftsplan des Stadthallenbetriebes noch für dieses Jahr entscheiden. Darin hat die Verwaltung einen Etatposten für Planung/Sanierung von bisher 100.000 auf 475.000 Euro hoch gesetzt. Zugleich will sie bisher eingeplante 140.000 Euro für „Investitionen/bauliche Maßnahmen“ streichen - sie waren für eine neue Heizung vorgesehen.

Dabei ist die Zukunft der Stadthalle zurzeit in der Schwebe: Seit Jahren stauen sich Reparaturen. Mehrfach gab es Forderungen, das Gebäude abzureißen und zu erneuern. Auch ein Verzicht auf das Theater- und Konzerthaus und im Gegenzug eine Erweiterung der Lokhalle standen zur Debatte.

Vor gut einem Jahr lenkte ein Fachgutachten diese Diskussion allerdings in eine neue Richtung: Stefan Luppold vom Institut für Messe-, Kongress- und Eventmanagement versicherte , dass die Halle am richtigen Ort steht, ihre Aufgabe besser erfüllt als viele Göttinger glauben, aber in Teilen modernisiert werden muss. „Seitdem ist ein Abriss für mich vom Tisch“, sagte Dienberg. Politisch entschieden sei das aber ebenso wenig wie eine groß angelegte Sanierung. Hinzu kommt, dass die Verwaltung parallel auf Bestreben der SPD-Fraktion an einem Masterplan für den gesamten Albaniplatz arbeitet, über den das Areal rund um die Stadthalle bis zur Innenstadt neu gestaltet werden könnte. Voraussichtlich im Januar solle darüber in den Fachgremien diskutiert werden, ergänzte die Kulturdezernentin Petra Broistedt.

Termin

Der Kulturausschuss tagt am Donnerstag, 24. November, ab 16.30 Uhr im Neuen Rathaus.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016