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Göttingen wird XXXL-Stadt

Wätzolds Woche Göttingen wird XXXL-Stadt

Göttingen ist Möbelladenmangelgebiet! Sconto, Bono, „pick + pay“, Möbel-Jäger, Möbel-Günther, Dänisches Bettenlager, Design Depot Helten, diverse Küchenstudios und 25 Autominuten entfernt ein großer „IKEA“? Das ist ja weniger Auswahl als in Nord-Korea!

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Lars Wätzold

Quelle: GT

Und deshalb ist es nur logisch, dass zwei weitere Möbelmärkte am Stadtrand auf gut 30 000 Quadratmeter entstehen sollen.

So stärkt man das Oberzentrum, denn durch die zu erwartende Gewerbesteuer, die die Ansiedlung eines XXXL-Marktes einbringt (endlich ein Laden, der Möbel für Adipöse verkauft!), werden wir schließlich alle über Generationen profitieren. Das wird eine blühende Landschaft, wo jetzt bloß Matsch ist.

Auf der anderen Seite gibt es Bedenkenträger in unserem beschaulichen Städtchen: Zwei riesige, fensterlose Konsum-Container am Stadtrand seien keine nachhaltige Stadtentwicklung, heißt es. Die Versiegelung von Ackerland wird angeprangert.

Zudem wird diskutiert, ob dort nicht zuviel innerstädtisches Sortiment angeboten wird. Es droht also Streit. Gleichzeitig wird wiederum ein Architektenwettbewerb für ein ebenfalls fensterloses Kunstquartier-Gebäude ausgeschrieben.

Doch diese Ausschreibung kann die Stadt sich sparen, denn hier kommt mein Gewinner-Entwurf, der alle Seiten beglücken wird: Der Möbelmarkt-Container wird einfach in die Innenstadt gebaut und sein innenstadtrelevantes Sortiment durch das Kuqua ersetzt! Damit sich dieses Gebäude dann auch harmonisch in die historische Altstadtarchitektur einfügt, wird wiederum die Stockleff-Mühle nach Variante 2 saniert oder komplett abgerissen.

Deren Fassade wird dann außen an den Container dran geklebt. Damit hätte man sich deutlich mehr Mühe um die Stadtästhetik gemacht, als auf dem Stadtbad-Areal, in der nördlichen Fußgängerzone und seinerzeit in der Kurzen Geismarstraße zusammen!

Die Gewerbesteuer des Möbelmarktes könnte dann direkt das Kuqua finanzieren, denn wo dafür der Unterhalt herkommen soll, weiß ja auch noch niemand. Und schließlich gehen Kontemplation und Kommerz in Göttingen schon jetzt Hand in Hand, wie erst vor wenigen Tagen bei der Veranstaltung „himmlische Lichter“. Da leuchtete dann zwar das eine oder andere Schaufenster heller als die himmlischen Lichter, aber das wäre in unserem Fall zum Glück völlig schnuppe, weil das Möbel-Kuqua ja gar keine Fenster hat.

Das ist so innovativ, dass New York, Paris und Hamburg einpacken können!

Den Autor erreichen Sie unter r edaktion@goettinger-tageblatt.de

Von Lars Wätzold

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