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Göttingens Feuerwehrchef will moderne Sirenen

Noch nicht ausgeheult Göttingens Feuerwehrchef will moderne Sirenen

Mit flächendeckend neu installierten Sirenen will die Feuerwehr der Stadt Göttingen die Bürger noch besser über Gefahren und Katastrophen informieren. Erste Gespräche über mögliche Standorte laufen schon. Die modernen Anlagen sollen das erfolgreich angelaufene Katwarn-System per App ergänzen.

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Sie sind nur noch selten zu hören: Eine der wenigen alten Sirenen in Göttingen, montiert auf dem Haus der Bürgerhaus Grone.

Quelle: CH

Göttingen. In Ballungsgebieten sind sie weitgehend verschwunden, nur noch in Dörfern heulen gelegentlich die alten pilzförmigen Sirenen auf zentralen Gebäuden auf. Feuerwehrmitglieder werden im Ernstfall schon lange individuell durch Funkmeldeempfänger alarmiert, die sie bei sich tragen. Und spätestens seit der Katastrophen- und Zivilschutz vor etlichen Jahren bundesweit zurückgefahren wurde, sind auch die meisten Sirenen nach und nach abgebaut worden, sagt Göttingens Berufsfeuerwehrchef Martin Schäfer. Etwa 120 Stück habe es früher im Stadtgebiet gegeben, jetzt seien es nur noch etwa 20. Und die seien überwiegend in den Ortsteilen montiert. Folge: „Weiße Flecken in der Stadt“, in denen die Bürger nicht mehr per Knopfdruck schnell über eine mögliche Gefahr informiert werden können.

 
Mit dem neuen Alarmsystem Katwarn habe die Stadt gemeinsam mit dem Landkreis schon einen großen Teil der Lücken geschlossen, betont Schäfer. Über die dazugehörige App können sich Smartphone- und Tablet-Nutzer seit Juli automatisch über Gefahren wie ein Großfeuer informieren lassen. Die App werde von immer mehr Bürgern genutzt, sagt Schäfer, „ein großer Erfolg“. Sie sei auch schon bei drohenden schweren Unwettern im Stadt und Kreisgebiet aktiviert worden.

 
Der kleine Haken: Nicht jeder habe ein Smartphone. Zudem würden mit der zunehmenden Onlinenutzung immer weniger Menschen Radio hören – ein traditioneller Informationskanal für Feuerwehren, Polizei und Katastrophenschützer.  Mit neuen Sirenen als ergänzende Technik könnten alle Bürger schnell erreicht und informiert werden, sagt Schäfer – auch kleinräumig nur in bestimmten Stadtteilen. Denn moderne Sirenen haben neben ihrer Heulton-Anlage auch Lautsprecher integriert. Darüber könnten Anwohner zum Beispiel direkt aufgefordert werden, bei Feuer ihre Fenster zu schließen oder bei einer Bombenentschärfung ihre Häuser zu verlassen, so Schäfer.  

 
Ereignisse, die sich nur auf einen bestimmten Raum auswirken, gebe es häufiger. Im vergangenen Dezember waren zum Beispiel nach einem Gefahrgut-Unfall auf der Autobahn Rauchwolken vor allem über die Südstadt gezogen.

 
„Natürlich können wir nicht ad-hoc 120 und mehr neue Sirenen Bestellen“, sagt Schäfer, das lasse die Finanzlage der Stadt nicht zu. Er könne sich aber vorstellen, „Stück für Stück“ über mehrere Jahre ein neues Sirenensystem in Göttingen einzurichten. Auch Feuerwehr- und Finanzdezernent Hans-Peter Suermann unterstützt die Idee „als Ergänzung zu Katwarn“. Wie viele Sirenen installiert werden müssten, um alle Straßenzüge zu erreichen, sei völlig offen. Zurzeit gebe es Gespräche mit einem Hersteller über einen Plan, der alle potenziellen Standorte enthalten soll.  

 

Katwarn – eine kostenlose Alarm-App
Mit dem System Katwarn werden Smartphone-Bsitzer über den Ortungsdienst ihres Gerätes oder eine angegebene Postleitzahl passgenau über offizielle Warnungen informiert. Als Bonbon werden  Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes gesendet. Die App gibt es kostenlos für iPhones, Android-Geräte und Windows-Phones. Mit Göttingen sind etwa zehn Kreise und Städte in Niedersachsen angeschlossen. Weitere Informationen: katwarn.de, landkreisgoettingen.de, goettingen.de und feuerwehr.goettingen.de. us
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