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Göttingens Freifunk-Netz nimmt Fahrt auf

„Nachbarschaftshilfe“ durch WLAN Göttingens Freifunk-Netz nimmt Fahrt auf

Das Göttinger Freifunknetz wächst: Inzwischen gibt es 47 registrierte Router. „Mit dem Weltladen-Café haben wir auch den ersten Gastronom gewinnen können“, sagt Krischan Jodies. Sehr viel Unterstützung beim Aufbau des Netzes sei von den Göttinger Funkamateuren gekommen.

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Göttingens Freifunker wollen das Netz demokratisieren.

Quelle: Vetter

Göttingen. „Der Wunsch nach einem freien Netz war da“, sagt Jodies.

Jetzt heißt es für Jodies und seine Mitstreiter: Klinken putzen, um mehr Bürger, Einzelhändler und Einrichtungen für Freifunk zu gewinnen. So sollen über Router, die sich untereinander verbinden, freie, dezentrale Computernetzwerke erstellt werden, die nicht von kommerziellen Anbietern, sondern von Privatpersonen, Vereinen oder Organisationen angeboten werden.

Der Vorteil für alle: Über die Bandbreite der Router wird ein freier drahtloser Internetzugang möglich, den jeder unter der Kennung Freifunk ohne Anmeldung und kostenlos nutzen kann. „Das ist Nachbarschaftshilfe“, sagt Jodies. So reichten etwa ein normaler DSL-Anschluss und ein bis zwei Freifunk-Router aus, um ein großes Haus und die Straße davor mit freiem WLAN zu versorgen.

Soziale Gedanke spielt eine Rolle

Neben dem kostenlosen WLAN-Zugang spielt für Freifunker Hans-Werner Hilse auch der soziale Gedanke des Freifunknetzes eine Rolle: „Ich gebe etwas von mir ab und stelle es anderen zur Verfügung.“ Freifunk trage dazu bei, das Netz zu demokratisieren. Die technischen oder monetären Hürden, ins Netz zu kommen, würden abgebaut.

„Das schöne an der Sache ist, dass man ein Teil vom Ganzen ist. Es gibt kein Netz von oben“, sagt Stephanie Leitz. „Jeder kann mitmachen.“

Ein einfacher, handelsüblicher Router genügt, geeignete Geräte gibt es schon für unter 20 Euro. Mit einer speziellen, kostenlosen Software, die auf dem Router installiert werden muss, fügt sich das Gerät in das Freifunknetz ein. Der Nutzer bestimmt, wie viel Bandbreite seines Internetvolumens er für das freie WLAN zur Verfügung stellt.

Kein „High-Performance-Netz“

Zwar sei das Freifunk-WLAN-Netz dann kein „High-Performance-Netz“, sagt Nils Hansen, dafür aber anonym, nicht überwacht und kostenlos.

Rechtlich sieht Jodies keine Bedenken. So werde der Datenverkehr des Freifunk-Netzes sicher zum Berliner Förderverein Freie Netzwerke „getunnelt“. Erst von dort gehe der Datenverkehr ins Internet und zurück. Sollte es doch einmal zu Abmahnungen kommen, übernehme der Verein den „Stress“.

Dieser habe auch das „Durchhaltevermögen“ bei rechtlichen Auseinandersetzen. Als Diensteanbieter nach dem Telemediengesetz sei der Verein nicht verpflichtet, Nutzerdaten zu speichern.

Weitere Informationen unter cccgoe.de/wiki/freifunk
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