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Göttingens Neujahrsbaby

Der Erste in 2015 Göttingens Neujahrsbaby

Göttingens erstes Baby im neuen Jahr heißt Oliver, ist kerngesund und putzmunter. Um 7.13 Uhr am 1. Januar kam der Sohn gehörloser Eltern im Kreißsaal  des Krankenhauses Neu-Mariahilf zur Welt – 3205 Gramm schwer und 50,5 Zentimeter groß.

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Neujahrs-Baby Oliver mit seinem Bruder und seinen Eltern zu Haus.

Quelle: Hinzmann

Geismar. Seine Geburt hatte ein wenig gedauert, und er musste auf der Kinderstation der Uniklinik erst einmal zu Kräften kommen. Seit Freitagnachmittag ist die Familie aber schon zu Hause in Geismar – und es gehe allen gut, sagt Mutter Annelies Kusters mit einem erschöpften, aber mitreißend-fröhlichen Lächeln.

Die Familie – das sind Oliver, seine 31-jährige belgischen Mutter, sein 36-jähriger indischer Vater Sujit Sahasrabudhe und sein Bruder Aran, der in Indien geboren wurde. Aran kann hören. Ob Oliver gehörlos sein wird, spiele für sie keine Rolle, sagt die Mutter fast empört über diese Frage.

Die Familie lebt seit eineinhalb Jahren in Göttingen. Kuster ist promovierte Sozial- und Kulturanthropologin und arbeitet als Post-Doktorandin am Göttinger Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften. Sahasrabudhe ist Lehrer für Gebärdensprache.

Dass Olivers Geburt trotz Sprachbarriere gut klappte, haben er und seine Eltern auch Kusters Schulfreundin Brigitta Bijloos zu verdanken. Die 32-Jährige kann Kusters Sprechlaute verstehen, spricht selber Deutsch und ist extra zur Geburt mit ihrer Familie nach Göttingen gekommen. „Das ist unser Urlaub“, sagt sie.

„Das war sehr hilfreich“, sagt Hebamme Sonja Thal nach ihrer ersten Geburt mit Eltern, die beide gehörlos sind und in unterschiedlicher Sprache gebärden. Diese Geburt sei auch für Neu-Mariahilf etwas Besonderes. „Wir haben manches aufgeschrieben und mit Handzeichen und Blicken kommuniziert“, sagt sie. Aber „die Mutter hat auch intuitiv alles toll gemacht.“

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