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Göttingens Schützen sind zurück

623. Göttinger Schützenfest Göttingens Schützen sind zurück

Es ging auch ohne Polit-Prominenz aus Berlin oder Hannover: 650 Gäste haben sich amüsiert beim Schützenfrühstück. Oberschaffer Harald Grahovac zog dabei eine positive Bilanz der vergangenen vier Schützenfest-Tage. Die Schützen sind zurück in Göttingen, nicht nur auf ihrem Schützenplatz, sondern auch in der Wahrnehmung der Göttinger.

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Der Diana-Damen Daumen hoch für dieses Schützenfest: Rot reizt immer wieder die Tageblatt-Fotografen.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Nur deren Oberbürgermeister fehlte. Und so bekam der neue, Rolf-Georg Köhler (SPD), allerhand ab in den Reden, während der alte, Wolfgang Meyer (SPD), zum Ehren-Schützenherrn gekürt wurde.

Schützendame („diesmal Schützenherrin“) Renate Bank (SPD) hatte Köhler freilich selbst beim Fassanstich „ohne nasse Füße“ gut vertreten und hielt auch eine viel beachtete Rede. Vor allem die Passage „wir Groner haben die Macht ergriffen“ blieb bei den Politikern hängen.

Von Köhlerliesel und Kakerlaken

Wer die Wahl hat zwischen Venedig und Göttingen, der geht zum Schützenfest. Sonst kommt man, wenn man Oberbürgermeister ist, in allen Spottreden des Schützenfrühstücks vor. Das reichte von Lars Wätzolds (Comedy Company) simultan ins Pantomimische übersetzter Politiker-Rede bis zum Spottlied auf Köhlerliesel („Im Leinetal in Göttingen, da steht ein Köhlerhaus...“). Immer wieder der OB-Seitenhieb.

Zum Beispiel von Ludwig Theuvsen (CDU), Chef der CDU-Ratsfraktion: Köhler wäre man lieber gekommen. Wo er hinschaut Grün und Rot – wie im Ratssaal. In Venedig hingegen gebe es den Bleikeller, da seien schon Leute wegen kleinerer Vergehen als das Schützenfest-Schwänzen eingekerkert worden. Die Diana-Damen würden ihn aber besuchen. Es tröste, wenn er so viele Rote sehe.

FDP-Mann Wolfgang Thielbörger, an der Seite von Wolfgang Richter musizierend (einer von beiden konnte singen), erinnerte an den Göttinger Brückenabriss: „Da lassen die einen Bagger gegen fahren, dann dürfen die abreißen.“ Sorge mache dem FDP-Mann nur, dass Köhler in Venedig einen Vortrag hält, wie man Brücken abreißt.

Touristisch argumentierte Theuvsen: Die größten Attraktionen in Ägypten seien Steinhaufen. Nun baue Göttingen einen Steinhaufen vor den Bahnhof und sei damit auf der Weltkarte des Tourismus angekommen. Auch einen Ausflug nach Geismar empfahl der CDU-Politiker – nachts bei Tempo 30: „Wie im wilden Westen, noch eine halbe Tagesreise bis zum Ziel.“ Man müsse sich den Titel autounfreundlichste Stadt schon verdienen.

Um die Tempo-Frage war Lars Wätzold herum gekommen, als ihm für seine Rede die Stichwörter Kakerlaken, Golfplatz und Weender Freibad zugerufen wurden. Kathrin Richter übersetzte grimassenreich – nur bei den Worten „dreifacher Salto“ und „Spagat“ fehlten ihr die Vokabeln. Das alles endete für die Kakerlaken im Freibad.

Und Christoph Lehmann (SPD), der sich für ein falsches „Christian“ beim „Oberschaffner“ rächte, wollte mit seiner Rede niemanden verletzen. „Wenn es mir doch gelungen ist, entschuldige ich mich“.

Ex-OB Meyer wird Ehrenschütze

Die Bürger-Schützen-Gesellschaft (BSG) hat den ehemaligen Oberbürgermeister (OB) Wolfgang Meyer zum Ehren-Schützenherrn ernannt. Beim Schützenfrühstück erhielt zudem Bernd-Peter Ahlborn mit dem Verdienstorden erster Klasse eine der höchsten Auszeichnungen, die die BSG zu vergeben hat.

Ahlborn ist seit 46 Jahren in seinem Verein Freihand und wurde jüngst Vizepräsident im Niedersächsischen Sportschützenverband. Auch Horst Chemnitz (SV von 1863) wurde geehrt: mit dem Verdienstorden. Die Verdienstmedaille in Gold erhielten Fritz Schramm und Ekkehard Koch (beide Niedersachsen), in Silber Brigitta Wagener-Brandt (SV Geismar). Ronny Kretschmer wurde mit dem Fahnenträgerorden geehrt.

©Theodoro da Silva

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