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Göttingens neuer Rednerclub

Erstes Toastmasters-Treffen in der Junkernschänke Göttingens neuer Rednerclub

Wie hält man eine gute Rede? Wie spricht man sicher vor Publikum? Um solche Fragen geht es bei den weltweit verbreiteten Clubs der Toastmasters. Ein solcher Rednerclub soll nun auch in Göttingen aufgebaut worden.

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Felix Goldbach hält seine Eisbrecher-Rede: Bei den Toastmasters geht es darum, in einem geschützten Raum vor Publikum zu sprechen.

Quelle: Vetter

Göttingen.  Initiatoren sind der 32-jährige Unternehmer Felix Goldbach und der 26-jährige Ingenieur Robert Steinicke.

Ein gutes Dutzend Interessenten ist am Dienstagabend zum ersten Treffen in der Junkernschänke gekommen. Sie stammen nicht nur aus Göttingen, sondern auch von auswärtigen Clubs wie Bremen und Paderborn, die den Göttingern bei ihrem Vorhaben Starthilfe geben. Michael Rose aus Bremen, Leiter der Toastmasters in Nordwestdeutschland, moderiert den streng getakteten Abend sehr souverän. Zwischendurch lässt der 54-jährige Pflegedienstleiter immer wieder Informationen über die 1924 in den USA gegründeten Toastmasters einfließen. Dazu gehört auch, dass nach jeder Rede applaudiert wird, um die Redner zu ermutigen.

Denn das stelle Rose als entscheidendes Merkmal hervor: Toastmasters-Abende seien ein geschützter Raum, in dem sich Menschen ausprobieren und allmählich rhetorisch verbessern könnten. Bei den Toastmasters gebe es aber auch Redewettbewerbe. Neben dem Reden werde auch das Führen gelernt, denn die Mitglieder müssten auch Aufgaben bei den Abenden und im Club übernehmen.

An diesem Abend hält Goldbach seine Eisbrecher-Rede. Er schildert anschaulich, wie er  als Kind zunächst das Reden einstellte, als er nach einer Ohr-Operation eine Gesichtshälfte nicht mehr bewegen konnte, und später doch beschloss, gutes Reden zu lernen. Die Rede ist eine von drei vorbereiteten, etwa fünfminütigen Reden, die an diesem Abend vorgetragen werden. Außerdem gibt es einige Stegreif-Reden, bei denen die Teilnehmer des Abends spontan rund eine Minute zu einem gerade erst bekannt gegebenen Thema reden. Die Reden werden anschließend auch bewertet. Wie war die Präsenz? Wo waren die Hände? Wie waren Mimik, Gestik und Stimmführung? Doch das gegebene Feedback soll vom Grundton her wertschätzend sein.

Bei einer Vorstellungsrunde geben die Besucher Auskunft über ihre Motivation: Schüchternheit zu überwinden und gute Klientengespräche führen zu können, werden als Gründe genannt.

Ein Toastmaster ist jemand, der Tischredner ankündigt und Toasts ausspricht. 20 Mitglieder müssen die Göttinger Toastmasters zusammenbekommen, um ein vollwertiger Club in der Mutterorganisation Toastmasters International zu werden. Sie stellt ein rhetorisches Trainingsprogramm mit verschiedenen Stufen und Projekten. Die entsprechenden Veröffentlichungen können die Mitglieder erwerben. „Günstiger kann man Rhetorik nicht lernen“, meint Rose dazu.

In Göttingen würden die Toastmasters das Rednerclub-Angebot erweitern. Seit 2003 gibt es in der Stadt einen Debattierclub der Universität.

Die Göttinger Toastmasters treffen sich dienstags um 19 Uhr in der Junkerschänke, Barfüßerstraße. Kontakt-E-Mail: felixgoldbach@gmx.de

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