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Göttingens triste Ausländerbehörde soll freundlicher werden

Enge Flure, lange Wartezeiten Göttingens triste Ausländerbehörde soll freundlicher werden

Ein freundlicher Wartebereiche mit Kinderspielecke und Tischen für die Formularbearbeitung, mehrsprache Infotafeln und Mitarbeiter, die alle Probleme mit den Kunden freundlich abarbeiten. So wünschen sich die Grünen und andere Politiker im Rat der Stadt eine Ausländerbehörde, die willkommen heißt.

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Quelle: Hinzmann (Symbolfoto)

Göttingen. Die Realität sieht anders aus, sagen die Grünen. Ihr Vorschlag, das zu ändern und die Göttinger Ausländerbehörde auch namentlich in eine Zuwanderungsbehörde umzubauen, stieß im Rat auf viel Lob.

Neues Rathaus Göttingen, Parterre, Durchgang vom Haupt- ins Nebengebäude: Der Gang ist eng und dunkel, die Wände sind trist und grau, die wenigen harten Stühle reichen selten für alle Wartenden aus. Die Atmosphäre ist bedrückend und manchmal auch hektisch, wenn sie von vorbeieilende Mitarbeiter der Stadt wissen wollen, wann sie endlich dran sind. "Das ist alles andere als serviceorientiert", beklagte Mehmet Tigcu (Grüne) im Rat die Situation vor und in der Göttinger Ausländerbehörde. Telefonisch seien die Mitarbeiter nur schwer erreichbar, Termine gebe es meistens erst nach einer wochenlangen Wartezeit.

Dass es auch anders gehe, sei gleich nebenan in der Meldebehörde zu sehen, fügte Tucu an: ein großer heller Raum mit Blumen, Teppich, Tischen, guten Stühlen, Blumen und Wartemarken für einen reibungslosen Ablauf.

So ausgestattet und gut organisiert wünschen sich die Grünen eine Ausländerbehörde, in der Studenten, berufliche Zuwanderer und Flüchtlinge gleichermaßen freundlich unterstützt werden. Ihre konkreten Vorschläge: Die Behörde wird zu einer Zwanderungsbehörde umgestaltet - mit freundlichen Räumen, Kinderspielecke, Arbeitstischen, Wasserspender und Schnellschalter für einfache Angelegenheiten. Mitarbeitern und Kunden steht mehrsprachiges Info-Material zu Verfügung. Damit die Mitarbeiter ohne Zeitdruck helfen können, müsse notfalls das Personal aufgestockt werden.

"Das sind viele gute Vorschgläge", kommentierte Elvan Tekindor-Fryjer den Vorstoß für die SPD. Und sie regte zugleich noch einen Raum an, in dem Vereine und andere Einrichtung ihre Beratungsdienste anbieten können. Die Aussage des Rats-Piraten Meinhart Ramaswamy, Mitarbeiter in der Ausländerbehörde seien oft "schroff und unhöflich", wies Pasquale Periello (CDU) sofort zurück, lobte aber "den guten Ansatz". Auch Civar Akad schilderte das Verhalten der Mitarbeiter als "manchmal recht problematisch". "Es ist unsere Pflicht, traumatisierte Kriegsflüchtlinge wirklich willkommen zu heißen", fügte er an. In kalten Fluren gehe das nicht.

Ordnungsdezernent Siegfried Lieske räumte ein, dass die Raumsituation nicht ideal sei. "Wir wissen das und haben es auf unserer Agenda." Zugleich stellte er sich schützend vor seine Mitarbeiter: "Sie sind alle gut qualifiziert, arbeiten aber unter einem enormen Druck."

Inzwischen hat die Stadtverwaltung ergänzend zur Ratssitzung darauf hingewiesen, dass sich auch die Kunden der Ausländerbehörde immer erst in der freundlichen Meldebehörde anmelden müssen und auch die Wartebereiche anderer städtischer Abteilungen in Fluren mit Steinfußboden liegen. Und sie versichert, dass Wartezeit in der Ausländerbehörde "grundsätzlich nicht mehr als einige, wenige Minuten dauert, die lediglich am Montasende an einem Tag überschritten werden". Über den Antrag der Grünen soll jetzt weiter im Personalausschuss des Rates diskutiert werden.  

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Von Redakteur Ulrich Schubert

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