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Göttinger AStA will neues Gremium gründen

„Zu träge, zu festgefahren“ Göttinger AStA will neues Gremium gründen

Der Streit um einen neuen bundesweiten Interessenverband der Studierendenvertretungen geht weiter. Der bisherige Dachverband, der „freie zusammenschluss von studentInnenschaften“ (fzs), ist der Göttinger AStA-Koalition aus ADF (Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaftsmitglieder) und RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten) zu träge, die Strukturen seien zu festgefahren.

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Quelle: Vetter (Symbolbild)

Göttingen. Außerdem sei die allgemeinpolitische Ausrichtung des fzs dem AStA ein Dorn im Auge, so AStA-Vorsitzender Daniel Pichl (ADF) auf Tageblatt-Nachfrage. Tatsächlich stehen die Göttinger damit nicht alleine da. In den vergangenen Jahren hat der fzs mit Austritten zu kämpfen, zuletzt hat Göttingen, als eines von nur noch drei verbliebenen niedersächsischen Mitgliedern, den Austritt beschlossen.

Stattdessen will der Göttinger AStA nun einen neuen Dachverband gründen und treibt diese Gründung mit Vehemenz voran: Zwei Sachbearbeiter wurden extra eingestellt, im Haushalt wurden 20 000 Euro aus studentischen Geldern reserviert. In der Opposition sorgt das für massive Kritik. „Der neue Dachverband wird als einziges Prestigeprojekt geplant“, so Vivien Bohm von der Grünen Hochschulgruppe. „Die Mehrheit der Göttinger Studierenden wird nicht repräsentiert sein.“ Silke Hansmann von den Jusos fordert, dass die Studierenden in einer Urabstimmung über den fzs-Verbleib abstimmen sollten, vor einem Jahr habe der RCDS das noch selbst gefordert. „Dass der RCDS sich nicht an seine eigenen Forderungen hält, sind wir aber ja schon gewohnt“, so Hansmann.

Heftige Kritik, die auch daraus gespeist wird, dass eine E-Mail des AStA-Außenreferenten Lukas Voß an mehrere Asten öffentlich wurde, in der dieser den fzs als „Quatsch- und Labergremium“ bezeichnete und einen neuen Dachverband anpries, aus dem „basisdemokratisches Gedöns“ herausgehalten werden müsse. Voß hatte gesagt, die E-Mail sei von jemand anderem vorformuliert worden und er habe sie versendet, ohne sie vorher noch einmal zu lesen.

Trotz Kritik und Rücktrittsforderungen gegen den Außenreferenten hält der AStA seinen Kurs bei. Laut Pichl haben bereits die studentischen Vertretungen von zwei großen und zehn kleineren Unis ihr Interesse bekundet. Welche das sind, wollte Pichl aber noch nicht bekanntgeben. Der AStA der Uni Mainz, der ebenfalls angefragt wurde, hat nach Tageblatt-Informationen aber abgewunken – zwar ist dieser bereits aus dem fzs ausgetreten, das Göttinger Konzept war aber offenbar nicht überzeugend genug. bk

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