Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Göttinger Abgeordnete Andretta kritisiert UPD-Entscheidung

Patientenberatung Göttinger Abgeordnete Andretta kritisiert UPD-Entscheidung

Auch die Göttinger SPD-Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta fordert, die Unabhängige Patientenberatung (UPD) müsse auch weiterhin neutral bleiben. Der Plan des Patientenbeauftragten der Bundesregierung, die Dienstleistungen der UPD an die Firma Sanvartis zu vergeben, widerspreche diesem Grundgedanken.

Voriger Artikel
Großventilator im Bovender B-3-Tunnel vorgeführt
Nächster Artikel
Göttinger muss wegen Cannabis-Anbaus dreieinhalb Jahre ins Gefängnis

Gabriele Andreatta (SPD), Hermann Gröhe (CDU)

Quelle: EF

Göttingen. „Nur wenn die Unabhängige Patientenberatung auch zukünftig frei von Einflüssen der Krankenkassen bleibt“, meint Andretta, „kann sie ihre Aufgaben überhaupt wahrnehmen. Unabhängigkeit und Neutralität sind für mich Grundvoraussetzungen für eine objektive Beratung.“ Die jetzt ins Auge gefasste Übernahme durch Sanvartis gefährde den Vertrauensschutz der Ratsuchenden. Zudem sei es für die Arbeit der UPD sehr wichtig, auch direkt vor Ort verankert und erreichbar zu sein, meint die SPD-Politikerin.

 
Unterdessen hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) in Sachen UPD Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) angeschrieben. In dem Schreiben weist die MHH, die im Beirat der UPB sitzt, darauf hin, dass der Beirat im Vorfeld der Entscheidung für Sanvartis sich gegen eine reine Telefonberatung, sondern für den „notwendigen Ausbau der Beratungsstellen vor Ort“ ausgesprochen habe. Statt wie gefordert die Unabhängigkeit als zentrales Element im Vergabeverfahren anzusetzen, sei dieses Kriterium nur zu 15 Prozent in die Bewertung der Bewerber eingeflossen. Die Patientenberatung müsse „nach den entwickelten Standards unabhängiger und neutraler Verbraucher- und Patienteninformation durchgeführt werden“. Bei der Vorstellung von Sanvartis seien deren Ausführungen „sowohl fachlich inakzeptabel als auch in ihrer quantitativen Darstellung weder substanziell belegt noch plausibel erläutert“.
Außerdem seien die Vergabekriterien durch die Entscheidung „massiv gebeugt“ worden. Weil der Beirat nicht in der vom Gesetzgeber vorgesehenen Form beteiligt worden sei, liege auch ein Verfahrensfehler vor.
Die bundesweit tätige UPD unterhält auch in Göttingen eine Beratungsstelle (Albanikirchhof 4-5). Allen 29 Beratungsstellen droht nach der Umstellung auf Telefonberatung im kommenden Jahr die Schließung. hein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016