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Göttinger Ärztin rät: Besuch in Kita sollte gut vorbereitet werden

Erster Schritt in die Selbstständigkeit Göttinger Ärztin rät: Besuch in Kita sollte gut vorbereitet werden

Mit dem Ende der Sommerferien beginnt nicht nur für Schüler der Ernst des Lebens, auch viele Kleinkinder besuchen dann ihre erste Krippe. Eltern sollten mit der Vorbereitung dieses ersten Schritts in die Selbstständigkeit ihres Kindes früh beginnen, rät die Göttinger Kinderärztin Dr. Tanja Brunnert.

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Quelle: Kneffel/dpa (Symbolfoto)

Göttingen. „Je jünger ein Kind ist, desto länger dauert in der Regel die Eingewöhnungszeit“, so Brunnert, Pressesprecherin des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Niedersachsen. Im ersten Lebensjahr sei die Kita zurecht noch eine Ausnahme, allerdings besuchten deutschlandweit mehr als 40 Prozent der Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr eine Betreuungseinrichtung oder seien bei Tagesmüttern untergebracht. Tendenz steigend: „Das wird sicherlich mehr werden, davon gehe ich aus.“

Damit der Übergang möglichst reibungslos funktioniert, ist Vorbereitung nötig: „Abschied und Trennung müssen geübt werden. Bei manchen Kleinkindern kann diese Phase durchaus mehrere Monate dauern, manchmal klappt es auch gar nicht, dann muss man noch ein Jahr zuwarten.“ Zur Vorbereitung empfiehlt Brunnert Spielnachmittage oder Übernachtungen bei Großeltern oder Freunden – alles ohne die Eltern, versteht sich. Hier können Kinder schon Qualitäten üben, die für den Eintritt in die Kita wichtig sind: „Dergleichen verlangt den Kindern ab, dass sie sich auch ohne ihre Hilfe in einer Gruppe positionieren, kleine Unsicherheiten alleine bewältigen, neue Regeln einhalten, viele Kinder und viel Lärm aushalten müssen. Gerade Einzelkinder benötigen hier viel Empathie und Geduld“, so Brunnert.

Marianne Bojack leitet die Kindertagesstätte „Am Gesundbrunnen“ in Elliehausen. Kinder unter einem Jahr werden hier, wie in allen städtischen Betreuungseinrichtungen, nicht aufgenommen. Zudem gibt es die Regel, dass in den 15er-Gruppen nie mehr als sieben Kinder unter zwei Jahren sind – so können Erzieher insbesondere jüngeren Kindern mehr Zeit widmen. Die Erzieher richten sich bei der Eingewöhnungsphase nach dem sogenannten Berliner Betreuungsmodell. „Für unter Dreijährige hat sich das bewährt“, meint Bojack, die den Ansatz als sanfte Eingewöhnung an die neue Umgebung beschreibt. Wichtig sei die schrittweise Eingewöhnung, die zusammen mit den Eltern erfolgt.

Allerdings sind es nicht nur die Kinder, die sich umgewöhnen müssen: „Wir erleben oft, dass Eltern der Abschied schwerfällt“, sagt Bojack. Das sei verständlich, könne aber auf das Verhalten der Kinder abfärben.

Wenn der Übergang behutsam gestaltet wird, müsse der erste Abschied gar nicht schwerfallen. Und wenn doch, sind Bojack und ihre Kollegen gefragt: „Wir müssen sehr empathisch sein. Wir gestehen dem Kind ein, dass es traurig ist.“ Meist sei die Trauer dann schnell verflogen. Voraussetzung dafür ist, dass die Einrichtung für sinnvolle Ablenkung sorgt.

Von Jonas Rohde

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