Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Göttinger Appell für Hilfe bei Lese- und Rechenschwäche

Legasthenie- und Dyskalkulie-Kongress Göttinger Appell für Hilfe bei Lese- und Rechenschwäche

Die Buchstaben scheinen beim Lesen und Schreiben durcheinander zu purzeln, und die Zahlenwelt der Mathematik ist für sie ein aufgewühltes Meer ohne Struktur. So geht es rechnerisch mindestens einem Kind in jeder Schulklasse.

Voriger Artikel
Göttinger Baptistenkirche wird für Verkauf flott gemacht
Nächster Artikel
Abschiedsehrung für Göttinger Tageblatt-Chefredakteurin Ilse Stein
Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Ärzte und Therapeuten gehen davon aus, dass etwa jedes 20. Kind in Deutschland eine Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie) oder Rechenstörung (Dyskalkulie) hat – unabhängig von seinen sonstigen intellektuellen Fähigkeiten. In einem Göttinger Appell fordern Ärzte, Therapeuten und Lehrer jetzt mehr Unterstützung für diese Kinder.

Ihr Appell richtet sich vor allem an die Politik. Verabschieden wollen sie ihren Alarmruf während eines Legasthenie- und Dyskalkulie-Kongress am Freitag und Sonnabend, 10. und 11. Oktober, in Göttingen.

Betroffene Kinder könnten durch Therapien und einen Nachteilausgleich in der Schule so weit unterstützt werden, dass sie einen guten Schulabschluss und eine gute Ausbildung machen, sagen die Initiatoren. Ohne Hilfe würden viele nicht nur schulisch gebremst, sondern häufiger sozial auffällig.

Das Hauptproblem: Bezahlt würden Therapien erst, wenn massive seelische Störungen vorliegen. In ihrem Aufruf fordern die Unterzeichner unter anderem eine im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe gesetzliche Anerkennung dieser Lernstörung, ein festgeschriebenes Recht auf Therapie inklusive Finanzierung und eine qualifizierte Ausbildung für entsprechende Lerntherapeuten.

Forschungsergebnisse und Workshop

Der Kongress versteht sich als Forum für Eltern, Lehrer, Therapeuten und weitere Interessierte. Fachleute stellen aktuelle Forschungsergebnisse vor, und in einem Workshop können Teilnehmer mit Vertretern des Göttinger Jugendamtes über Therapiekosten und deren Übernahme diskutieren.

Der Kongress beginnt am Freitag um 16 Uhr in der IGS Göttingen, Schulweg 22, mit einem Vortrag mit Prof. Gerd Schulte-Körne, Direktor der Münchner Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie. Gegen 20 Uhr folgt eine Podiumsdiskussion – unter anderem mit Vertretern des Niedersächsischen Kultusministeriums.

Organisiert wird der Kongress vom Kreisverband Legasthenie-Dyskalkulie Göttingen-Northeim und vom Verein niedersächsischer Bildungsinitiativen.

vnb-goettingen.de
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
1700 Schüler informieren sich
Vocatium-Messe: Muriel Wissemeier, Maren Sander und Simon Bischoff beraten Sarah Lehmann vom Max-Planck-Gymnasium (v. l.).

„Informationsbroschüren bringen in der Regel nichts“, finden Tolga Türk (17) und Paul Fahrenbruch (15). „Es ist besser, direkt mit jemandem zu sprechen“. Direkt ins Gespräch kommen die beiden Gymnasiasten auf der „Vocatium Göttingen“, der Fachmesse für Ausbildung und Studium: „Wir können alles fragen und bekommen sehr ehrliche Antworten,“ sagen sie.

mehr
Weihnachtsdeko in Göttingen und Umgebung