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Göttinger Ausschüsse vertagen Entscheidung zum Kunstquartier

Kunst auf Kosten des Museums Göttinger Ausschüsse vertagen Entscheidung zum Kunstquartier

Noch kein Votum für das Millionenprojekt Kunstquartier (Kuqua): Der Bau- und Kulturausschuss des Rates hat am Donnerstag dem von der Verwaltung vorgelegten Konzept die Zustimmung verweigert.

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Das Herz des Kunstquartiers: In der Düsteren Straße soll ein neues Galeriegebäude entstehen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Während der SPD-Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Kulturausschusses Frank-Peter Arndt und Silvia Binkenstein, baupolitische Sprecherin der SPD, sowie Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD) und Baudezernent Thomas Dienberg (parteilos) sich vehement für das Projekt aussprachen, äußerten Vertreter der übrigen Fraktionen trotz mehrheitlicher Zustimmung teils erhebliche Bedenken.

Strittigste Frage: Wie soll die Stadt ab 2018 die jährlichen Betriebskosten für das neu zu bauende Galeriehaus, das das Kernstück des Quartiers bilden soll, finanzieren? Nach jetzigem Plan betragen diese 360 000 Euro, 180 000 davon soll die Stadt übernehmen. Die andere Hälfte soll über Stiftungen, Eintritte und Sponsoren erwirtschaftet werden.

Schlapeit-Beck, die das Kuqua eine „Sternstunde der Kulturpolitk“ nannte, hat zur Finanzierung klare Vorstellungen: 105 000 Euro sollen beim Städtischen Museum eingespart werden, 50 000 Euro bei den Ausstellungen im Alten Rathaus, 25 000 Euro beim Stadtarchiv. Hans Otto Arnold (CDU) zeigte sich bestürzt: „So machen sie das Stadtmuseum zu einer Heimatstube.“

Ulrich Holefleisch (Grüne) warf Schlapeit-Beck vor, leichtfertig das Museum zu opfern. Das Konzept sei „unwürdig“ und könne nicht funktionieren. Patrick Humke (Linke), der betonte, kein Gegner des Kunstquartiers zu sein, fürchtet, dass mit diesen Einsparungen „etwas verloren“ gehe.

„Verkleinerung und Konzentration der Ausstellungsfläche“

Die Kulturdezernentin räumte ein, dass es sich in der Tat um „erhebliche“ Einsparungen handele. Die vorzuschlagen, sei ihr nicht leicht gefallen. Es werde aber keine Beeinträchtigung des Betriebes und der Qualität geben, wohl aber eine „Verkleinerung und Konzentration der Ausstellungsfläche“, sagte sie. Gleichzeitig sichert die Verwaltung aber zu, dass die freien Kultureinrichtungen nicht von Kürzungen betroffen sein werden.

Der Bund will das Kuqua mit 4,5 Millionen Euro fördern. Gegenüber dem ursprünglichen Konzept ist das jetzt von der Verwaltung vorgelegte deutlich reduziert: Die ursprüngliche Projektsumme sah 9,3 Millionen Euro vor. Davon sollten knapp 7,9 Millionen Euro durch die Bundesförderung gedeckt werden.

Mit der Förderung des Bundes und dem Eigenanteil der Stadt von 500 000 Euro liegt die aktuelle Projektsumme bei fünf Millionen Euro. Mit 3,2 Millionen Euro ist der Neubau des Galeriegebäudes veranschlagt, 460 000 Euro soll die Gestaltung des Innenhofes kosten, 400 000 Euro der Ankauf des benachbarten Fachwerkhauses Düstere Straße 8. Wegen des knapperen Budgets sind Pläne für zwei weitere Galeriehäuser ebenso auf Eis gelegt wie die Sanierung der Nikolaistraße.

Eine Grundsatzentscheidung für oder gegen ein Kunstquartier soll nun der Rat am 12. Dezember fällen. Sollte diese gegen das Projekt ausfallen, mahnte Dienberg, sei die Förderung in Millionenhöhe für Göttingen verloren.

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Ratsfraktionen sprechen sich für das Projekt aus
Foto: Die Parteien im Göttinger Rat begrüßen die Bundesförderung in Höhe von 4,5 Millionen Euro für das Göttinger Kunstquartier (Kuqua) zwischen Düsterer Straße und Nikolaistraße.

Die Parteien im Göttinger Rat begrüßen die Bundesförderung in Höhe von 4,5 Millionen Euro für das Göttinger Kunstquartier (Kuqua) zwischen Düsterer Straße und Nikolaistraße grundsätzlich. Warnungen kommen aber von der CDU/FDP-Gruppe: So würden die jährlichen „sechsstelligen“ Unterhaltungskosten unter die sogenannten freiwilligen Leistungen fallen.

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