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Göttinger CDU kritisiert Aus für Friedhofsgärtnerei Uhlendorff

SPD steht zu Entscheidung Göttinger CDU kritisiert Aus für Friedhofsgärtnerei Uhlendorff

Die Diskussion um das bevorstehende Aus der Friedhofsgärtnerei Uhlendorff am Junkerberg reißt nicht ab. Die CDU-Ortsrats-Fraktion gibt nun der rot-grünen Mehrheit im Ortsrat die Hauptschuld daran, dass die Gärtnerei Ende November ihren Betrieb einstellt.

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Weender Christdemokraten ärgern sich über den Auszug der Friedhofsgärtnerei.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. SPD und Grüne hätten sich „vehement gegen einen Verkauf des Gebäudes an die Firma Uhlendorff ausgesprochen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Darüber hinaus bezeichnen die Christdemokraten es als „ärgerlich, dass es keinen gültigen Beschluss des Rates oder mindestens des Verwaltungsausschusses mehr gegeben hat“.

Hintergrund: Gebäude und Gelände, die Uhlendorff zum Betrieb der Gärtnerei nutzt, gehören der Stadt. Der Pachtvertrag läuft Ende November nach 40 Jahren aus. Den Vertrag verlängern wollte Inhaber Dietmar Uhlendorff nur, wenn die Stadt das Gärtnerei-Gebäude saniert hätte, doch das war ihr zu teuer. Also kam es mit dem Immobilienmanagement der Stadt zu Verhandlungen über einen Verkauf. Diese seien erfolgreich verlaufen, so Uhlendorff-Geschäftsführer Dietmar Uhlendorff, es habe sogar schon einen Kaufvertrag gegeben.

Der sei vom Ortsrat allerdings nicht gebilligt worden, wie ihm die Verwaltung mitgeteilt habe, woraufhin er sein Angebot erhöht habe. Doch auch dieses Mal habe der Ortsrat nicht zugestimmt. Da habe er die Konsequenzen gezogen, so der 51-Jährige, und sich entschlossen, den Betrieb nach Rosdorf zu verlegen: „Am 30. November ist definitiv Schluss, die Planungen für den Umzug sind schon in vollem Gange.“

„Ich wusste nicht, dass der Ortsrat nicht entscheidungsbefugt ist“

Die CDU kritisiert nicht nur die Ablehnung des Verkaufs durch Rot-Grün an sich. Sie ärgert sich auch über den Ablauf des Verfahrens. Denn der Ortsrat ist in solchen Angelegenheiten nur anzuhören, Beschlussrecht hat er nicht. „Im September 2014 ist eine Beratung mit Beschlussfassung im Verwaltungsausschuss anberaumt worden“, schreiben die Christdemokraten. Kurzfristig sei dann diese Beratung vertagt worden – um nie wieder auf die Tagesordnung gesetzt zu werden. Uhlendorff habe seine Entscheidung, den Junkerberg zu verlassen, also aufgrund mangelhafter Informationen getroffen, was der Unternehmer bestätigt: „Ich wusste nicht, dass der Ortsrat nicht entscheidungsbefugt ist.“

Hans Otto Arnold (CDU), stellvertretender Ortsbürgermeister von Weende sowie stellvertretender Vorsitzender im Bau- und Planungsausschuss der Stadt, ärgere sich in diesem Zusammenhang über sich selbst, wie er sagt: „Ich habe es versäumt, darauf zu drängen, dass das Thema doch noch auf die Tagesordnung kommt.“

Unterdessen steht die SPD Weende zu ihrer Entscheidung, so Ortsratsmitglied Franc Pfahl: „Wir wollten, dass die Friedhofsgärtnerei weitermacht. Die Pacht, welche sie hätte zahlen müssen, war moderat“. Ein Verkauf des Grundstücks wäre jedoch falsch gewesen: „Es gibt ein Gutachten, wonach bis 2025 in Göttingen 3900 Wohneinheiten fehlen werden – die Stadt benötigt also Baugrundstücke.“

Von Hauke Rudolph

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