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Göttinger Christoph-Lichtenberg-Schule hat beste Schulmensa Deutschlands

Auszeichnung Göttinger Christoph-Lichtenberg-Schule hat beste Schulmensa Deutschlands

Die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS) hat Deutschlands beste Schulmensa. Am Donnerstag hat Michael Polster, Vorsitzender des Deutschen Netzwerkes Schulverpflegung (DNSV), die Schule dafür mit dem „Goldenen Teller“ ausgezeichnet.

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Preisübergabe: Köchermann, Stobbe, Vogelsänger, Theiß und Polster (v. l. ) mit den IGS-Schülerinnen Merle (l.)und Jule.

Quelle: Heller

Geismar. „Dass wir so gut sind, war uns selber nicht bewusst“, sagte Küchenchef Bernhard Theiß nach der Preisverleihung. Rund 1200 Essen täglich kochen er und sein Team für die IGS-Schüler, weitere 800 gehen an andere Göttinger Schulen – darunter das Felix-Klein- und Hainberg-Gymnasium. „Was wir kochen, muss den Kindern schmecken“, sagte Theiß. Daher würden die Schüler auch ermutigt, Kritik zu äußern. „Wir versuchen, die Wünsche und Anregungen dann umzusetzen“, sagte Theiß.

 
Auf den Tisch kommen in der IGS-Mensa frische Produkte aus der Region, der weitentfernteste Zulieferer käme aus der Nähe von Hildesheim. Fertigprodukte gebe es keine, aber es müsse auch nicht „auf Biegen und Brechen“ Bio sein, erklärte Theiß. Er versuche, sich an die Richtlinien der Gesellschaft für Ernährung zu halten.

 
In einer Onlineumfrage hatte das DNS die beste Schulmensa gesucht. Rund 3000 Teilnehmer füllten den mehrseitigen Fragebogen. aus Unter Ausschluss des Rechtsweges sei die Wahl des gültigen abgegeben Votings IGS und damit auch auf den Fachdienst Küchenbetriebe der Stadt Göttingen, sagte Polster.

 
Fachdienstleiterin Anja Köchermann nehme den Schulleitern und Behörden die Arbeit ab und zeige, wie man ein „qualitativ hochwertiges, von Schülern akzeptiertes Mensaangebot“ realisiere, das sich auch wirtschaftlich rechne, so Polster. Die Auszeichnung mache sie stolz, sagte Köchermann bei der Preisverleihung in der IGS.

 
Schulleiter Wolfgang Vogelsänger betonte, dass die Mensa keineswegs nur „Versorgungsbetrieb“ sei, sondern zum Schule gehöre. Susanne Stobbe, Sprecherin des Schulelternrates, pflichtete bei: Für die Jahrgänge 5 bis 10 sei das Mensa-Essen verpflichtend. Es sei Teil des Schulkonzeptes.

 

Städtische Küchenbetriebe kochen 856 000 Essen pro Jahr

 

Die Schulverpflegung befindet sich in der Stadt Göttingen bereits seit rund 40 Jahren in kommunaler Hand. Mittlerweile werden nach Angaben der Verwaltung täglich 28 städtische Ganztagsschulen, 13 städtische Kitas und die Mitarbeiterkantine mit einem Mittagessen versorgt. Im Jahr 2014 wurden in den vier Produktionsküchen demnach 856 000 Essen produziert und in 21 Schulmensen 620 000 Essen ausgegeben Gearbeitet wird unter Leitung einer Diplom-Ökotrophologin nach einem „hoch gelobten Qualitätsentwicklungskonzept“, wie Verwaltungssprecher Detlef Johannson erklärt.

 
Dabei biete die Stadt als kommunaler Träger „Schul- und Kita-Verpflegung aus einer Hand an“. Von der Bestellung der Essen über den Wareneinkauf, die Produktion und Speisenausgabe bis zur Essengeldabrechnung werde alles im Fachdienst Küchenbetriebe mit städtischem Personal organisiert. In den vier Produktionsküchen werden in den Schulzeiten pro Tag bis zu 5500 Essen produziert – von 75 Mitarbeitern in Vollzeit und Teilzeit.

 
Um die Schulverpflegung qualitativ und wirtschaftlich zu verbessern, erarbeitete eine Ökotrophologin in den Jahren 2007 und 2008 ein Qualitätsentwicklungskonzept für die Küchenbetriebe der Stadt. Die Grundlage dieses Konzeptes bildeten die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), erklärt Johannson. Das Konzept werde seit 2008 umgesetzt und finde bundesweit Beachtung,  sagt Johannson. Für eine Mahlzeit nach DGE-Standards sind drei Euro zu veranschlagen. Die Preise in Göttingen liegen etwas darüber: 3,13 Euro kostet ein Essen in der Primarstufe im Abonnement (Einzelbestellung 3,34 Euro), in der Sekundarstufe 3,23 Euro (3,45) und für Lehrer und Mitarbeiter 4,09 Euro (4,30). afu

 

Portrait: Bernhard Theiß
Milchreis, Pasta und Gemüse - Bernhard Theiß weiß, was jungen Kantinengängern schmeckt: Der 53 Jahre alte gelernte Koch und Bäckermeister ist der Leiter der Schulmensa der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS) im niedersächsischen Göttingen. Am Donnerstag wurden seine Kochkünste mit dem "Goldenen Teller" für das beste Schulessen ausgezeichnet. Theiß leitet die Schulküche bereits seit 16 Jahren. "Ich habe als Kind am liebsten Fischstäbchen gegessen", sagt der gebürtige Niedersachse. Die kämen in seiner Kantine jedoch eher selten auf die Teller. Mit viel Kreativität und ein paar Tricks macht Theiß den jungen Essern lieber Gemüse und Obst schmackhaft. "Wenn man den Blumenkohl ein bisschen unter Käse oder den anderen Zutaten versteckt, ist das gar kein Problem", verrät Theiß aus seiner Trickkiste und lacht. Auch Obstsalat komme bei den Schülern zwischen 6 und 19 Jahren sehr gut an. Um zu wissen, was die jungen Gäste mögen, arbeitet das Küchen-Team eng mit den Kindern zusammen: "Wir ermuntern sie, direkt auf uns zuzukommen und uns auch zu sagen, was ihnen gar nicht geschmeckt hat", erklärt Theiß. Manche Schüler kämen auch mit Wunschzetteln. "Da steht dann zum Beispiel drauf 'Wann machst du denn wieder Tomatenstrudel?'", sagt der Küchenchef. In der IGS-Küche waschen und schnibbeln 15 Angestellte bereits ab halb sieben am Morgen. "Pro Tag gehen rund 1100 Essen über den Tresen", sagt der Koch. Mit etwa 800 weiteren Essen werden außerdem noch andere Schulen in Göttingen beliefert. "Herr Theiß und sein Küchenteam haben ein Händchen und viel Erfahrung für das, was ihre Gäste mögen", sagt Ökotrophologin Anja Köchermann, die im Auftrag der Stadt Göttingen die Schulverpflegung koordiniert. Die tägliche Essenversorgung verlange viel Einfühlvermögen und manchmal auch etwas Überzeugungskraft. Das schwerste daran, für so viele Menschen zu kochen, sei der große Altersunterschied der Schüler, erklärt Küchenchef Theiß. Ein Gericht gebe es jedoch, dass bei allen Kindern und Jugendlichen verhasst sei: "Mit Rosenkohl braucht man bei Kindern gar nicht anzukommen." Den bitteren Nachgeschmack dieses Kohls möge so gut wie kein Kind. Auch Wirsing- oder Kohlrouladen zählten nicht zu den Rennern auf dem Speiseplan. Da helfe auch kein Versteck unter Käse. dpa

 

Der Beitrag wurde aktualisiert.

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