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Göttinger DGB-Haus bleibt besetzt

„Positive Gespräche mit Eigentümer“ Göttinger DGB-Haus bleibt besetzt

Die Zukunft des besetzten DGB-Hauses an der Oberen Maschstraße in Göttingen ist weiterhin unklar. Die Aktivisten, die das Haus am Donnerstag besetzt haben und mit ihrer Aktion Wohnraum für Flüchtlinge schaffen wollen, befinden sich aber in Verhandlungen mit dem Eigentümer.

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Ehemaliges DGB-Haus: Nach Renovierungsarbeiten sollen hier Flüchtlinge einziehen, wünschen sich die Besetzer.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Etwa 50 Menschen haben sich seither an der Besetzung beteiligt, wie die Organisatoren der Initiative „Our House“ bei einer Pressekonferenz am Freitag mitteilten. „Wir wollen zeigen, dass menschenwürdiges, dezentrales Wohnen für Flüchtlinge in der Innenstadt möglich ist“, erklärte eine Sprecherin der Initiative. „Wir lehnen uns auf gegen eine Stadt, die meint, Notunterkünfte einrichten zu müssen, obwohl so viel Leerstand vorhanden ist.“

 
Das DGB-Haus, das seit 2009 nicht mehr genutzt wird, biete dazu ideale Bedingungen. Etwa 20 Räume ließen sich als Einzelzimmer einrichten, eine Dreizimmerwohnung für eine ganze Familie könne hergerichtet werden. Badezimmer und Küche sind ebenfalls vorhanden. „Hier muss einiges gemacht werden, aber der Kostenfaktor einer Renovierung ist nur ein Bruchteil von den Kosten einer neuen Unterkunft“, sagte eine Aktivistin, die ihren Namen nicht nennen wollte. Außerdem könne eine Renovierung viel schneller realisiert werden.

 
Um das zu zeigen, wurde bereits einen Tag nach Beginn der Besetzung ein Raum komplett eingerichtet. Die Möbel dafür wurden spontan von Nachbarn und Unterstützern gespendet. Mit der richtigen Renovierung wollen die Besetzer aber noch warten. Sie wollen die Verhandlungen mit dem Hauseigentümer nicht gefährden. Eigentümer ist die Vermögensverwaltungs- und Treuhand-Gesellschaft (VTG) des DGB. Die Gespräche seien bisher aber positiv verlaufen, wie ein Sprecher betonte. Dennoch sei die rechtliche Situation der Besetzung weiterhin unklar. „Wir befürchten aber nicht, geräumt zu werden“, so der Sprecher von „Our House“.

 
Neben zahlreichen Solidaritätsbekundungen aus der Göttinger Politik, hat auch die Ortsgruppe des Gewerkschaftsbundes die Aktion positiv bewertet.

 
Dass der von den Aktivisten geforderte Wohnraum dringend notwendig ist, wurde indes gleich am ersten Abend klar. Eine Gruppe Syrer auf der Durchreise nach Schweden war am Bahnhof gestrandet und wurde kurzerhand dazu eingeladen, die Nacht in dem besetzten Haus zu verbringen.

 

Von Benjamin Köster

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