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Von der Gastfreundschaft überwältigt

Göttinger Delegation besucht Pau Von der Gastfreundschaft überwältigt

„Vielen Dank für die Gastfreundschaft – und vielen Dank für diesen tollen Blick auf die Pyrenäen.“ Mit diesen Worten hat Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) seine Rede zur Feier der 35-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Göttingen und Pau begonnen.

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Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bei der Übergabe des Gastgeschenks

Quelle: Timo Holloway

Pau. Rund 60 Göttinger, darunter eine Delegation der Stadt, waren zu diesem Anlass nach Frankreich gereist. Beim festlichen Empfang zu Füßen von Paus Schloss applaudierten die 100 Zuhörer in einem Moment ganz besonders kräftig: Es wurde ein deutsch-französisches Konzept zum Thema Klimaschutz präsentiert, das einen intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch vorsieht. Köhler und dessen Gegenüber, Paus Bürgermeister François Bayrou, unterschrieben diesen sogenannten „Letter of Intent“.

Die Unterzeichnung war zu Großteilen der Göttingerin Dinah Epperlein zu verdanken. Die Leiterin des Fachbereichs Gebäude betonte: „Wir wollen uns zu den Themen Klimaschutz und Energiewende unbedingt austauschen.“ Epperlein war begeistert, bei den Franzosen „auf offene Ohren“ zu stoßen.

Der Letter of Intent ermögliche zugleich eine Bewerbung beim Auswärtigen Amt für das binationale Projekt „Energiewende Twinning Towns“. Köhler verdeutlichte: „Beide Städte profitieren davon. Es geht um Wissenstransfer, um die Evaluierung von Prozessen und um Vergleiche.“

In Paus Stadtbild zeigen sich bereits fortschrittliche Ideen: Elektro-Busse fahren durch die Straßen und überall stehen Verleihstationen für Fahrräder. Stichwort Fahrrad: Eine Vielzahl an Rennrädern war auch von Göttingen nach Pau transportiert worden, da sich eine 15-köpfige Gruppe mit Nachwuchs-Radsportlern des Tuspo Weende am Austausch beteiligte. Sie absolvierte gemeinsam mit französischen Rennradfahrer erfolgreich Ausfahrten und Wettkämpfe.

Für Musik sorgte bei der Feier das Göttinger Barockorchester. Dieses hatte bereits am Tag zuvor für Faszination gesorgt – und war fasziniert worden. „Es ist etwas ganz Besonderes, im Ausland aufzutreten“, sagte Projektleiter Antonius Adamske. Im „Saal der 100 Gedecke“ im Schloss von Pau präsentierten die Musiker ihren Auftritt vor ausverkauften Rängen und besonderer Kulisse.

„Kultur und Sport sind zwei ganz wichtige Mittel, um Grenzen zu überwinden“, verdeutlichte Köhler. Er hob auch die grundsätzliche Bedeutung von Städtepartnerschaften – „gerade in Krisenzeiten“ – hervor. In diesem Sinne sprach der Oberbürgermeister von Verständigung und Verständnis. Und davon, „nicht darüber, sondern miteinander“ zu reden.

Am 8. Oktober 1982 war die Städtepartnerschaft in Göttingen unterzeichnet worden. „Ich habe viel Positives von Pau gehört – aber meine Erwartungen wurden noch übertroffen“, schwärmte Köhler. Erstmals in die 77.000-Einwohner-Stadt gereist, war er vor allem von der „Lage der Stadt, Panorama und baulichem Charme“ angetan.

Der Generalkonsul der Bundesrepublik, Wilfried Krug, schloss den offiziellen Teil der Feierlichkeiten mit den Worten, die mit starkem Applaus quittiert wurden: „Es lebe die Partnerschaft zwischen Göttingen und Pau. Es lebe Europa.“

Zitat: : „Es lebe die Partnerschaft zwischen Göttingen und Pau. Es lebe Europa.“ - Generalkonsul der Bundesrepublik, Wilfried Krug

Von Timo Holloway

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