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Göttinger Edith-Stein-Preis für Bischof Norbert Trelle

Engagement für Flüchtlinge gewürdigt Göttinger Edith-Stein-Preis für Bischof Norbert Trelle

Der Edith-Stein-Preis 2015 geht zu gleichen Teilen an den Hildesheimer Bischof Norbert Trelle und an das Migrationszentrum für Stadt und Landkreis Göttingen. Die beiden Preisträger wurden am Sonntagabend im Migrationszentrum vorgestellt.

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In der Weender Straße: Heiner J. Willen (2. v.l.) mit Zeliha Karaboya und Dana Gaef vom Migrationszentrum und Bischof Norbert Trelle.

Quelle: Heller

Göttingen. Die diesjährigen Preisträger seien ausgewählt worden im Gedenken daran, dass die katholische Ordensfrau Edith Stein 1938 von den Nationalsozialisten zur Flucht gezwungen worden sei, heißt es in einer Mitteilung zur Begründung. „Der Preis steht daher 2015 unter den Themen Flucht und Migration“, sagt Heiner J. Willen, der Vorsitzende des Edith-Stein-Kreises, der den Preis verleiht.

Trelle musste selbst als Kind am Ende des Zweiten Weltkriegs mit seiner Familie aus Westpommern fliehen. Die Sorge für Fremde und Flüchtlinge sei für ihn lebensbegleitend geworden, heißt es zur Begründung der Preisverleihung weiter. Trelle ist unter anderem seit 2010 Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz. Der Edith-Stein-Kreis würdige „dieses unablässige und unbeirrbare Engagement“.

Das Migrationszentrum ist eine Abteilung im Diakonieverband des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen. In den Räumen in der Weender Straße engagieren sich die Mitarbeiter für Flüchtlinge, die in der Stadt und im Landkreis Göttingen leben. Sie beraten und begleiten diese Menschen, bieten Bildungsveranstaltungen an und schaffen Begegnungsmöglichkeiten.

Die etwa 100 Ehrenamtlichen, die von den hauptamtlichen Mitarbeitern betreut und begleitet werden, erleichterten den Flüchtlingen das Ankommen in Deutschland und das Leben in der Region, heißt es zur Begründung: „Der Edith-Stein-Kreis würdigt diesen großen, ganz praktischen Einsatz des Migrationszentrums für Menschen, die sich gezwungen sahen, ihre Heimat zu verlassen.“

Es gebe in seiner Familie die prägende Erfahrung, was es bedeute, sein Leben zurücklassen und neu anfangen zu müssen, sagte Trelle bei der Vorstellung der Preisträger. „Man verlässt nicht nur geografisch ein Land“, fügte Dana  Gaef vom Migrationszentrum, selbst vor 18 Jahren aus dem Irak geflohen, hinzu.

Der Preis, der in diesem Jahr am 15. November verliehen wird, erinnert an das Wirken der Heiligen Edith Stein, die von 1913 bis 1915 in Göttingen lebte, vom Judentum zum Katholizismus konvertierte und 1942 in Auschwitz durch die Nationalsozialisten ermordet wurde.

Die Auszeichnung besteht aus einer Medaille mit einem Bild Edith Steins und einem Preisgeld in Höhe von 5000 Euro, das in Absprache mit den Preisträgern einer Einrichtung gespendet werden soll.

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