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Göttinger Eltern wollen ihre Hortgruppen retten

Rahmenkonzept für Ganztagsschulen Göttinger Eltern wollen ihre Hortgruppen retten

Nach Protesten von Eltern und Intervention der SPD gibt es eine vorläufige Entwarnung für die Hortgruppen der Arbeiterwohlfahrt und des Kinderhaus e.V. im Umfeld der Göttinger Lohbergschule. Weil dort ein Ganztagsangebot aufgebaut wird, sollten die Horte schließen. Jetzt sind sie bis 2017 gesichert.

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Der offene Mittagstisch im Häuschen ist bei vielen Kindern beliebt.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Am Donnerstag entscheidet der Rat über ein Rahmenkonzept für Ganztagsschulen - und damit über die Zukunft vieler Horte. Als Details eines neuen Konzeptes für Göttinger Ganztags-Grundschulen bekannt wurden, war der Aufschrei unter Eltern groß. Um „Doppelstrukturen“ zu vermeiden, sollen alle Horte im  Umfeld neuer Ganztagsschulen geschlossen werden - so steht es bisher im Rahmenkonzept. Die ersten sind bereits Geschichte, jetzt fürchteten auch Eltern vom  Lohberg um die Hortplätze  ihre Kinder. Dort gibt es  drei Einrichtungen: in der Lohbergschule eine Gruppe von Kinderhaus e.V., außerdem einen Hort mit eineinhalb Gruppen am sogenannten AWO-Häuschen, und ein städtischer  Hort in der Kita Lönsweg. Seit einem Jahr ist die Lohbergschule Ganztagsschule. Wenn das Konzept beschlossen ist, müssten die Horte schließen.

 
Dagegen wehren sich vor allem Eltern aus dem Umfeld der AWO-Einrichtung. „Was dieser Hort gemeinsam mit dem offenen Angebot des Häuschen-Teams als Stadtteilzentrum leistet, kann ein Ganztagsschule nicht schaffen“, ist Andrea Karnasch als Sprecherin einer Elterninitiative überzeugt. Das Häuschen sei von den Menschen als diesem Brennpunktstadtteil gebaut worden. Dort herrsche eine sehr familiäre Atmosphäre. Die Erzieher würden bei Bedarf in die Familien gehen. Viele Kinder, die zum Beispiel über einen pädagogischen Mittagstisch in das offene Angebot kommen, würden dann auch in den Hort gehen. Ohne diese unverbindliche Brücke würden manche Kinder nie aus teilweise instabilen Verhältnissen herauskommen, bestätigt die Leiterin Ramona Kleinhans.

 
Rückendeckung bekommt das Häuschen von der SPD-Ratsfrau Helmi Behbehani. „Das Häuschen ist weit mehr als ein Kinder- und Jugendtreff“, sagt sie. Und gerade die Symbiose von offenen Angeboten mit einem hohen sozialpädagogischen Ansatz und Hort sei so wertvoll für den heterogenen Stadtteil. Er dürfe nicht aus Prinzip unter dem Druck des Ganztagsangebotes wegbrechen. Dabei erinnert Behbehani an eine vom Rat beschlossene Zielformulierung im städtischen Haushalt: „Horte in bestimmten Stadtteilen sollen bestehen bleiben, wenn in der Ganztagsschule kein adäquates Angebot umgesetzt werden kann.“ An Lohberg sei dieser Fall klar gegeben. Zudem sei offen, wofür die Schule eine Mensa gebaut wird. Ebenso unklar sei, wie ein geplantes Modellprojekt des Landes für „kooperative Horte“ aussehen wird.

 
„Alles halb so dramatisch“, sagt Göttingens Jugend- und Schuldezernent Siegfried Lieske. Nach wie vor gelte für ihn zwar  der Vorrang für Ganztagsschulen, die Horte im Umfeld der Lohbergschule „werden aber auf keinen Fall vor 2017 geschlossen“. Was dann passiert, werde dann gemeinsam überlegt. Für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses  am Donnerstag, 16. Juli, ab 14 Uhr im Neuen Rathaus und des Rates ab 16 Uhr hat Lieske im Rahmenkonzept zumindest schon den Satz zu den nicht gewünschten Doppelstrukturen gestrichen.

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Von Redakteur Ulrich Schubert

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