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Göttinger Erpresser soll Autounfall inszeniert haben

Prozess um Versicherungsbetrug Göttinger Erpresser soll Autounfall inszeniert haben

Ein 27-jähriger Bekannter eines wegen Erpressung eines Lottomillionärs verurteilten Kickboxers hat sich jetzt vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, zu einem mutmaßlich fingierten Verkehrsunfall, den der Kickboxer initiiert haben soll, Beihilfe geleistet zu haben. Der 27-Jährige war Beifahrer eines Transporters gewesen, der im Februar 2010 in Weende auf ein Auto des Kickboxers aufgefahren war.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Der Unfall ereignete sich rund eineinhalb Jahre vor der Straftat, die dem Kickboxer eine Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung einbrachte. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte der Kickboxer den Unfall geplant, um Geld von der Versicherung zu kassieren. Er habe dabei in Kauf genommen, dass seine damalige Freundin verletzt wurde, die am Steuer seines Autos gesessen hatte.

Den Ermittlungen zufolge soll der Kickboxer einen Kumpanen als Unfallfahrer engagiert haben, der später auch an der Erpressung des Lottomillionärs beteiligt war. Den Angaben des Komplizen bei der Polizei  zufolge, die er später vor dem Landgericht Göttingen widerrief, hatte der Kickboxer ihn benachrichtigt, als sich seine Freundin mit seinem Audi auf den Weg zu einem Sonnenstudio gemacht hatte. Der Komplize soll dann mit dem 27-jährigen Beifahrer dem Audi gefolgt und auf den Wagen aufgefahren sein. Laut Anklage sollte der 27-jährige Beifahrer als Unfallzeuge fungieren, um den Versicherungsbetrug zu verschleiern.

Der Prozess gegen ihn endete mit einem Freispruch, weil sich nicht nachweisen ließ, dass der 27-Jährige von der mutmaßlichen Betrugsabsprache wusste. Die potenziellen Zeugen – der Kickboxer und der Unfallfahrer – machten von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, weil gegen sie ebenfalls Strafverfahren anhängig sind. Gegen den Kickboxer, der in Handschellen aus der Haft vorgeführt wurde, sind neun Anklagen wegen ähnlicher Betrugsdelikte und gefährlicher Körperverletzung anhängig.

Von Heidi Niemann

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