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Göttinger Experten warnen vor Pilzvergiftungen

Giftinformationszentrums Nord Göttinger Experten warnen vor Pilzvergiftungen

Die Fachleute des Giftinformationszentrums Nord (GIZ-Nord) in Göttingen haben Pilzunkundige dringend vor dem Sammeln und dem Verzehr einheimischer Wildpilze gewarnt. Eine besondere Gefahr gehe von Knollenblätterpilzen aus, teilte das Zentrum am Wochenende mit. Sie enthielten Zellgifte, die zu Leberschäden bis hin zum Leberversagen führen können. „Der Verzehr dieser Pilze kann somit tödlich sein“, hieß es.

Ein Pilzkorb mit Maronen-Röhrlingen und einem giftigen Knollenblätterpilz

Quelle: dpa

Göttingen - . Eine besondere Warnung richtete das GIZ-Nord an Spätaussiedler und Flüchtlinge. Knollenblätterpilze könnten leicht mit Speisepilzen in anderen Teilen der Welt verwechselt werden. Das GIZ-Nord hat deshalb Warn-Poster in neun Sprachen veröffentlicht, unter anderem in Arabisch, Kurdisch, Russisch und Türkisch.

„Sammeln Sie keine Pilze, die Sie nicht ganz genau kennen“, steht auf den Plakaten. „Sammeln Sie nie nach Buch, App oder Internet“. Überlieferte und angebliche bewährte Methoden wie Verfärbungen an mitgekochten Silberlöffeln und Zwiebeln oder Fraßspuren von Tieren an Pilzen sagten nichts über deren Giftigkeit aus. Bei auch nur geringsten Zweifeln sollten Sammler ihre Funde Experten zeigen.

Weil es in diesem Sommer viel geregnet hat und es teilweise auch sehr warm war, hat die Pilzsaison 2017 früh begonnen. Nach Angaben des GIZ-Nord gab es alleine im Juli rund 130 Anfragen zu Pilzvergiftungen.

Das Giftinformationszentrum Nord ist eine gemeinsame Einrichtung der Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Es besteht seit 1996 und ist an der Göttinger Universitätsmedizin angesiedelt. Die Notfall-Hotline des Zentrums 0551/19240 ist rund um die Uhr zu erreichen.

Von epd

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