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Verwandt mit Obama, Kepler und Grace Kelly

Auf spannender Spurensuche Verwandt mit Obama, Kepler und Grace Kelly

Familienforscher feiern ein Jubiläum: Seit 90 Jahren beschäftigen sich die Mitglieder der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Göttingen (GHGG) mit der eigenen Herkunft und helfen Interessierten. Das Jubiläum feiern sie am Sonnabend, 12. November.

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Jürgen Giebenrath, Vorsitzender der GHGG.

Quelle: HW

Göttingen. 100 Mitglieder zählt der Verein. Sie kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, denn die Göttinger sind mit anderen Familienforschern vernetzt. Anfragen kommen von überall, auch aus den USA.

Alle verbindet ein großes Interesse an den eigenen Wurzeln: „Wir wollen wissen, wer wir sind“, erklärt Jürgen Giebenrath, Vorsitzender der GHGG. Denn wer seine Vergangenheit kennt, kann seine Gegenwart besser leben und seine Zukunft besser planen, findet der Familienforscher.

Er hat sich bereits als 17-Jähriger auf die eigene Spurensuche begeben und konnte sie bis 1300 insgesamt 21 Generationen zurückverfolgen. 14 Generationen hatten beruflich mit Holz zu tun, wodurch sich Giebenroth die eigene Leidenschaft für Holz erklärt.

Auch die Verwandtschaftsverhältnisse versetzten den Genealogen ins Staunen: Giebenrath hat herausgefunden, dass Johannes Kepler sein Ururgroßonkel ist und er unter anderem mit Grace Kelly, Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker und Friedrich Hölderlin verwandt ist. Er ist im 15. Jahrhundert sogar auf gemeinsame Vorfahren mit Barack Obama gestoßen.    

Diese Informationen helfen Giebenrath zu verstehen, „warum ich so bin, wie ich bin“. Über seine Vorfahren will er nicht nur wissen, wie sie hießen. Er will erfahren, unter welchen politischen und kriegerischen Umständen sie gelebt haben und will ihr Handeln nachvollziehen können.

Der Verein bietet Interessierten Beratungen, Stammtische, Kurse und Tagungen an. Wer sich in seine Vergangenheit begibt, wird das erste Jahr von einem erfahrenen Familienforscher unterstützt. Denn die Nachforschungen sind nicht immer einfach: Standesamtliche Einträge beginnen erst 1876.

Frühere Zeiten müssen in Kirchenbüchern recherchiert werden. „Da kam es auf den Pfarrer an“, sagt Giebenrath – auf dessen Genauigkeit, Ausführlichkeit und letztendlich auch auf seine Handschrift. Eine weitere Hürde bildet der 30-jährige Krieg, in dem fast alle Aufzeichnungen vernichtet wurden. Giebenrath findet die Reise in die eigene Vergangenheit faszinierend: „Schließlich ist man ein Extrakt aus Millionen von Menschen.“ 

Von Katrin Westphal

Der Verein

Der „Tag der Familienforscher“ zum 90-jährigen Vereinsjubiläum beginnt am Sonnabend, 12. November, mit der Herbsttagung von 10 bis 13 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Göttingen, Untere Karspüle 11. Dabei gibt es unter anderem einen Vortrag des Namenkundlers Jürgen Udolph mit anschließender Fragestunde „Ihren Namen, bitte“. Von 13 bis 16 Uhr informiert der Verein beim „Tag der offenen Tür“ mit vielen Informationen und kleiner Ausstellung. Eine Anmeldung ist per E-Mail an post@ghggev.de erforderlich. Informationen zu den Treffen gibt es im Internet unter ghggev.de.

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