Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Suche nach Alternative zu Bussen und Taxis

Workshop auf dem Göttinger Faßberg Suche nach Alternative zu Bussen und Taxis

Flexibler als Linienbusse und billiger als Taxis soll der Ecobus sein. Wissenschaftler des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation haben für dieses Projekt Bürgermeister und Vertreter des öffentlichen Personennahverkehrs gewonnen. Am Mittwoch trafen sie sich zu einem Workshop.

Voriger Artikel
Raus aus den Top 100
Nächster Artikel
Komposthalle wird abgerissen
Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Linienbusse müssen auf festen Routen Haltepunkte ansteuern, auch wenn dort keiner einsteigt, schilderte einer der Workshop-Teilnehmer das Problem. Bei dem weltweit einzigartigen Ecobus-System, das vom Team um die Professoren Stephan Herminghaus und Marc Timme auf dem Faßberg entwickelt wird, melden Bürger ihre Fahrten vorab an. Ein Rechner erstellt dann optimierte Routen für Kleinbusse, die Fahrgäste zu Hause abholen und ans gewünschte Ziel bringen.

Die Forscher vom Max-Planck-Institut wollen mit Geld vom Land die mathematischen Grundlagen für dieses innovative System erarbeiten. Betriebswirte sollen die Wirtschaftlichkeit und Sozialwissenschaftler die gesellschaftliche Akzeptanz prüfen. Juristen werden den Ecobus rechtlich auf ein sicheres Fundament setzen, kündigte Herminghaus an. Noch sei der Antrag nicht bewilligt. Das Land hätte aber den vorzeitigen Beginn des Projekts genehmigt.

Das Interesse bei den Bürgermeistern an einer Alternative zu Linienbussen und Taxis ist groß. „Unsere Gemeinde Gleichen erstreckt sich über zwei Täler“, sagte Bürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD). Um mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem einen Tal ins andere zu gelangen, müsse man einen langen Umweg über Göttingen nehmen. „Um nach der Schule von der IGS in Geismar nach Wöllmarshausen zu kommen, kann nach 15 Uhr mit Wartezeiten zwei Stunden dauern“, klagte Bürgerin Barbara Guichemer. Die Linienbusse, die in jedem Dorf hielten, bräuchten ewig. „Wir müssen auch die vielen Güter in der Gemeinde besser anbinden“, betonte Kuhlmann.

„Bei uns in Radolfshausen fährt kein Bus von Seulingen ins Grundzentrum nach Ebergötzen“, berichtete Bürgermeister Arne Behre (SPD). Für Kinder sei es schwer, mit dem Bus zum Schwimmen nach Gieboldehausen oder zum Reiten nach Holzerode zu gelangen. Die Eltern müssten sie mit dem Auto hinbringen.

„Wenn die Busanbindung stimmt, sind wieder mehr Menschen bereit, aufs Land zu ziehen“, hofft Dassels Bürgermeister Gerhard Melching (SPD). Dann kämen Menschen auch ohne Auto zum Arzt, zur Arbeit oder abends zu kulturellen Veranstaltungen. „Wir Bürgermeister im Landkreis Northeim stehen mit unserer Landrätin geschlossen hinter dem Projekt“, sagte Bodenfeldes Bürgermeister Mirko von Pietrowski (parteilos). Sie wollten allerdings am Ende auch Ergebnisse sehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Tanzende Schneeflocken im "Kauf Park"