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Göttinger Frauen-Notruf muss Angebot einschränken

Defizit beträgt 60.000 Euro Göttinger Frauen-Notruf muss Angebot einschränken

Der Verein Frauen-Notruf schlägt Alarm. Das Beratungs- und Fachzentrum zu sexueller und häuslicher Gewalt für die Region Göttingen habe sein Angebot zum Jahresbeginn „aufgrund von Stundenkürzungen der Mitarbeiterinnen“ einschränken müssen, erklärt Maren Kolshorn von der Fachstelle. Grund seien unter anderem „die Mittelkürzungen durch die Stadt im Rahmen des Entschuldungshilfeprogramms“.

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Quelle: EF/Archiv (Symbolbild)

Göttingen. Auch die Aufstockungen des Landkreises in den vergangenen Jahren hätten die immer größer werdende Finanzlücke nicht schließen können, sagt Kolshorn. „Schon seit Jahren können wir keinen tariflichen Lohn zahlen.“ Zumindest sei jetzt der Monatslohn der Miarbeiterinnen angepasst worden. Dies sei aber nur über Stundenkürzungen möglich gewesen. Ansonsten hätte der Verein in diesem Jahr ein Defizit von 90 000 Euro bewältigen müssen, das nun aber immer noch 60 000 Euro betrage, betont Kolshorn. „Ohne Spendengelder und die Einnahmen aus unseren Fortbildungsangeboten wäre das überhaupt nicht zu schaffen.“

Die Auswirkungen seien beträchtlich, erklärt die Psychologin: Zu seinen telefonischen Sprechzeiten werde der Verein zum Beispiel künftig schlechter zu erreichen sein. „Auch beim Themenfeld häusliche Gewalt werden die Einschränkungen spürbar sein.“

Die Kürzung beläuft sich seit 2013 auf 13 500 Euro jährlich, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Das habe der Rat „nach ausführlicher Diskussion und Abwägung aller Argumente“ beschlossen. „Mit dieser Summe hatten wir bis dahin die Umsetzung des niedersächsischen Gewaltschutzgesetzes gefördert. Das ist aber Landesaufgabe. In Zeiten, in denen gerade das Land von den Kommunen sparsamste Haushaltsführung erwartet, konnte es nicht angehen, das wir bezahlen, was eigentlich Aufgabe des Landes ist.“

Der Zuschuss für die Arbeit der Gewaltschutzeinrichtung betrage nun 17 000 Euro jährlich, erklärt Johannson. „Wobei die betroffene Einrichtung darüber hinaus noch 65 000 Euro pro Jahr zur Aufrechterhaltung ihrer Beratungsstelle für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen erhält.“

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