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Frauenbüro bleibt Frauenbüro

Göttingen Frauenbüro bleibt Frauenbüro

Das Frauenbüro der Stadt Göttingen wird genau diesen diesen Titel vorerst behalten. Nach langer Diskussion hat der Ratsausschuss für Gleichstellung eine Umbenennung vertagt. Zu groß sind die Fallstricke bei der schlichten Namenserweiterung zum "Büro für Gleichstellung von Frauen und Männern".

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Quelle: GT

Göttingen. Das hatten sich die Piraten und die Partei "Die Partei" leichter vorgestellt. Sie hatten vorgeschlagen das Frauenbüro der Stadt in Gleichstellungsbüro umzubenennen und auch die inhaltliche Arbeit über die Gleichstellung von Frauen hinaus zu erweitern. Die SPD war beigesprungen, hatte aber als künftigen Namen "Büro für Gleichstellung von Frauen und Männern" vorgeschlagen.

Ein Titel, den die Stadtverwaltung und auch die Frauenbeauftragte Christine Müller akzeptieren würden. Obwohl der Titel für sie und ihr Team unerheblich sei, so die Gleichstellungsbeauftragte. Entscheidend sei die tatsächliche Arbeit und der  Auftrag: nämlich die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft und in der Verwaltung. Basis dafür seien die Vorgaben im Grundgesetz, im Kommunalverfassungsgesetz und im niedersächsischen Gleichstellungsgesetz. Sie machen Gleichberechtigung zu "kommunalen Pflichtaufgabe". 

"Und den damit verbundenen Auftrag erfüllen wir", betonte Müller gegenüber dem Tageblatt. Schwerpunkt sei dabei "natürlich" die Unterstützung von Frauen, denn nach wie vor gebe es die weitaus größten Defizite gegenüber Männern bei ihrer Bezahlung im Beruf, sie seien selten in Führungspositionen vertreten und es werde ihnen oft schwer gemacht, Familie und Beruf zu vereinen. Zur Arbeit des Frauenbüros gehöre aber auch die Arbeit mit Mädchen. Sie seien die Frauen von Morgen und ihre gelernte Geschlechterrolle sei prägend für ihr späteres Leben.  

Dennoch wurde die Vorlage im Ausschuss heftig diskutiert, bestätigte Personaldezernent Siegfried Lieske. Einige Politiker sehen bei der alleinigen Berücksichtigung von Frauen und Männern im Titel Menschen unberücksichtigt, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen. Andere fürchten, die Arbeit des Frauenbüros mit Mädchen könne unter einer neuen Zielrichtung auch in Richtung Männer-Gleichberechtigung zu kurz kommen. Zudem werde der Begriff "Gleichstellung" auch bei ungleicher Behandlungen wegen des Alters, des Glaubens und der Sexualität verwendet.

Das seien durchaus Bereiche, in denen es Defizite gebe, sagt Müller. Die Schwerpunktarbeit des Frauenbüros solle aber in Anlehnung an die gesetzlichen Vorgaben dort liegen, wo es besonders große Defizite gebe - bei der Gleichstellung von Frauen.

Am Ende der Diskussion hat die Verwaltung ihre Vorlage vorerst zurückgezogen. Ob sie überarbeitet wird oder in gleicher Form erneut zu einer Entscheidung in den Ausschuss kommt, ist offen. us

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