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Göttinger Frieda und Karl Bußmann feiern diamantene Hochzeit

Immer beschäftigt, immer zusammen Göttinger Frieda und Karl Bußmann feiern diamantene Hochzeit

„Die Rollen zwischen uns sind klar verteilt“, sagt Karl Bußmann, lächelt, und zeigt auf seine Frau: „Sie kümmert sich um Inneres, ich um Äußeres“, meint er in Hinblick auf das Haus, in dem sie seit über 50 Jahren leben. Das klingt liebevoll, aber auch irgendwie ein bisschen politisch.

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Göttingen. Vielleicht die richtige Beschreibung für Besitzer eines Hauses, in dem Exkanzler Gerhard Schröder fünf Jahre seiner Studienzeit zugebracht hat.

Herr und Frau Bußmann erzählen das fast nebenbei, lieber sprechen sie über ihre 60 gemeinsamen Ehejahre. Wer den beiden zuhört, merkt schnell, dass sich bis zu ihrer diamantenten Hochzeit Geschichten angesammelt haben, die ohnehin interessanter sind.

Kennengelernt haben sich die beiden 1950 an einem Rosenmontag in Wollbrandshausen. „Dann fingen die Probleme bald schon an“, erzählt Karl Bussmann und schüttelt den Kopf. Er Protestant, sie Katholikin - das sei damals auf dem Dorf noch problematisch gewesen.

Getraut wurden sie dann in Göttingen, wo sie in das Haus in der Innenstadt zogen, das heute noch ihr Zuhause ist. „Meine Frau hat beim Amtsgericht gearbeitet, ich als Elektriker.“ Warum ihre Ehe trotz kirchlicher Skepsis ein Erfolg wurde? Die Antwort fällt beiden leicht „Jeder muss seine Aufgabe haben.“  

Sie hat mir das Leben gerettet

Karl Bußmann hat sich diesen Vorsatz besonders zu Herzen genommen. Der langjährige Mitarbeiter der Städtischen Wohnungsbau hat bis zu seinem 80. Lebensjahr noch ab und an gearbeitet. Als er krank wurde, war seine Frau für ihn da. „Sie hat mir das Leben gerettet. Als ich, ohnehin schon im Krankenhaus, eine Lungenembolie erlitt, hat sie mich ausnahmsweise früher besucht und konnte so den Ärzten Bescheid sagen.“

Frieda Bußmann erzählt: „Dass ich meinen täglichen Besuch einfach vorgezogen habe, war wie eine Eingebung.“

Heute wirken beide erleichtert, dass sie sich trotz mancher Erkrankungen schon so lange haben. „Meine Frau“, sagt Karl Bußmann anerkennend, „ist im Gegensatz zu mir nur zum Kinderkriegen ins Krankenhaus.“ Dafür sei er dankbar. Und für die große Familie, die mit den beiden ihre diamantene Hochzeit feiern werden, sowieso.

Von Jonas Rohde

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