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Göttinger Friedhof ohne Friedhofsgärtnerei

Unternehmen zieht sich zurück Göttinger Friedhof ohne Friedhofsgärtnerei

Rentner Jürgen Wilhelm und andere Tageblatt-Anrufer sind entsetzt: „Ein Stadtfriedhof ohne Friedhofsgärtnerei – das ist doch undenkbar.“ Nach 40 Jahren gibt die Firma Bandelow & Uhlendorff ihre Friedhofsgärtnerei am Göttinger Friedhof Junkerberg auf. Das Blumengeschäft ist schon geschlossen, die Gärtnerei folgt im November. „Nicht ganz freiwillig“, sagt Juniorchef Dietmar Uhlendorff. Der Pachtvertrag läuft aus, er hätte das Areal gerne gekauft. Das hat der Ortsrat Weende abgelehnt.

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Der Blumenladen ist schon geschlossen, im November verlässt auch die Gärtnerei den Junkerberg.

Quelle: Richter

Weende. Vor 40 Jahren hat die Stadt den neuen Friedhof im Norden Weendes angelegt, seitdem betreibt Bandelow & Uhlendorff die Friedhofsgärtnerei, Hof und Haus gehören der Stadt. Zunächst war die Gärtnerei neben der von Hinterbliebenen beauftragten Grabpflege auch für die städtischen Bereiche zuständig, seit 1998 kümmert sich die Stadt selbst darum.

Inzwischen hatte Bandelow & Uhlendorff auch einen Blumenladen gebaut. „Da konnte  man Blumen, Grabschmuck und Gestecke kaufen“, sagt Wilhelm, „direkt am Friedhof, ohne weite Schlepperei“. Das ist bald Vergangenheit. Er hätte das Gelände gerne weiter gepachtet, sagt Uhlendorff, aber nur wenn die Stadt das 40 Jahre alte Gebäude saniert hätte. Die hohen Heizkosten seien nicht mehr tragbar. Alternativ hätte er Haus und Hof auch gekauft und selbst saniert, um Pachtkosten zu sparen.

Die Stadt bedauere, dass „ein wichtiges Stück friedhofsbezogener Infrastruktur wegfällt“, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Das Gebäude zu sanieren, komme für die klamme Stadt aber nicht in Frage. Verwaltung und eine Mehrheit im Bauausschuss des Rates hätten das Objekt aber gerne verkauft, wenn der Ortsrat Weende zustimmt.

Und der hat „Nein“ gesagt, bestätigt Ortsbürgermeister Hans-Albert Ludolph (SPD): „Wenn das Grundstück erst einmal weg ist, ist es für immer weg.“ Der Ortsrat habe die Sorge, dass ein Käufer die Fläche dann nach zehn Jahren vorgeschriebener Nutzung ganz anders nutzt. „Wir wollen sie aber für den Fall sichern, dass irgendwann einmal dringend neuer Wohnraum geschaffen werden muss.“ Der Ortsrat habe auf eine Pachtverlängerung gedrängt, das sei aber „wohl gescheitert“. Unterdessen versichert Uhlendorff, dass seine Firma die etwa 1500 betrauten Gräber auf dem Junkerberg „wie gewohnt weiter pflegen wird, nur von unserem Standort in Rosdorf aus“.

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Von Redakteur Ulrich Schubert

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