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22 Monate Haft für Ex-Feuerwehrmann

Landgericht Göttingen 22 Monate Haft für Ex-Feuerwehrmann

Der ehemalige Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Osterode ist vom Landgericht Göttingen zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Der heute 65-jährige Mann Mann hat über Jahre hinweg die Sterbekasse des Kreisfeuerwehrverbandes geplündert und das Geld für eigene Zwecke verwendet. Angeklagt waren nur Taten zwischen Juli 2009 und Mai 2014. In dieser Zeit soll er regelmäßig größere Summen von den Konten des Verbandes bar abgehoben oder auf andere Konten umgeleitet haben. Dabei entstand ein Schaden in Höhe von gut 78.000 Euro.

Der tatsächliche Fehlbetrag in der Sterbekasse, eine Art kleine Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit, war allerdings deutlich größer. Das Defizit soll insgesamt mehr als 275.000 Euro betragen haben. Die Taten vor 2009 sind allerdings verjährt. Und die illegalen Entnahmen hätten die Existenz der Kasse und die Auszahlungen von Sterbegeld in Höhe von 500 Euro pro Fall nicht gefährdet, befand das Gericht.

Erst sehr spät waren die Unterschlagungen ans Licht gekommen. Im Frühsommer 2014 fragte das Finanzamt beim Kreisfeuerwehrverband an, warum von den Konten des gemeinnützigen Verbandes private Steuerschulden bezahlt worden waren. Der Feuerwehrverband erstattete daraufhin Strafanzeige und enthob den langjährigen Geschäftsführer aller Ämter. Schon bei der Befragung bei der Polizei räumte der Mann die Vorwürfe im Kern ein.

Der Richter begründete die Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten unter anderem damit, dass sich der Mann „in besonders sozialschädlicher Weise am Vermögen der Feuerwehren vergriffen“ habe. Andererseits sei es dem Täter es sehr leicht gemacht worden, erklärte das Gericht. Sowohl die verbandsinterne Überprüfung als auch die Kontrolle durch den Landkreis hätten komplett versagt. Auch die Staatsanwältin, die in ihrem Plädoyer zwei Jahre Haft auf Bewährung gefordert hatte, kritisierte heftig die ausbleibenden Kontrollen sowohl beim Feuerwehrverband als auch bei Landkreis und Stadt Osterode. Eine einfache Kontrolle von Kontoauszügen und Ablaufdaten von Staatsanleihen hätten die Betrügereien sofort auffliegen lassen können.

Außer der Haftstrafe verhängte das Gericht 200 Stunden gemeinnützige Arbeit. Weil der 65-Jährige praktisch mittellos ist, muss er den angerichteten Schaden mit nur 50 Euro pro Monat wiedergutmachen.

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