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Mit Alkohol "meistens immer aggressiv"

Zwei Freunde verurteilt Mit Alkohol "meistens immer aggressiv"

Mit Bewährungsstrafen sind zwei 33 und 29 Jahre alte Männer davongekommen, die im Sommer 2015 binnen weniger Wochen geradezu einen Parforceritt durchs Strafgesetzbuch unternommen haben: Beleidigung, Bedrohung, Körperverletzung, räuberische Erpressung - um nur einige Delikte aufzuzählen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Im Amtsgericht waren der 33-jährige Göttinger und sein 29-jähriger Freund aus Bremen weitgehend geständig. Der Jüngere erklärte die Taten, an denen er beteiligt war, mit Alkohol: "Wenn ich trinke bin ich meistens immer aggressiv". Bei der Haupttat waren es immerhin drei Liter zehnprozentiges Starkbier - etwa so viel Alkohol wie in sechs Litern Pils. Jetzt mache er aber eine Therapie, er trinke nun weniger.

Cafébesitzer bedroht

Die schwerste Tat war eine räuberische Erpressung. Weil er einem Geschäftsmann, der ein Shisha-Café eröffnen wollte, einen Laden vermittelt hatte, sollte der 33-Jährige in dem Cafe einen Job und 500 Euro Provision erhalten. Doch nach einem Bordellbesuch mit dem Vermieter (1.300 Euro Kosten für Dienstleistung) wollte der Mieter nichts mehr mit ihm zu tun haben. 20 Euro statt 500 habe er ihm gegeben. Darauf sei er sauer gewesen. Beide Angeklagten riefen den Mieter an und bedrohten ihn mit den Worten "Magnum - Kopfschuss" sowie damit, dessen ganze Familie zu vergewaltigen. Der 29-Jährige brüstete sich noch mit seinen Erfahrungen als Killer. 5.000 Euro wollten beide nun haben. An verabredeter Stelle wartete statt des geforderten Geldes die Polizei.

Hinzu kam eine Anklage, weil der Jüngere in der Fußgängerzone einen Passanten, der ihn aufgefordert hatte, den Fuß von einer Sitzbank zu nehmen, mit dem Tode bedroht und ihn beleidigt hatte. Auch hier das Angebot des Geschlechtsverkehrs mit dessen Tochter.

Freundin verletzt

Schließlich räumte der 29-Jährige auch ein, sich mehrfach einer richterlichen Anordnung, seiner Ex-Freundin fern zu bleiben, widersetzt zu haben und die junge Frau heimlich in ihrer Wohnung besucht, sie an den Haaren gefasst und ihr Gesicht mehrfach auf sein Knie geschlagen zu haben. Die 21-Jährige erlitt erhebliche Verletzungen.

Deshalb fiel die Strafe für den Jüngeren auch deutlich höher aus. Ein Jahr und sechs Monate, allerdings auf Bewährung. Er muss 200 Stunden gemeinnützig arbeiten und die 1600 Euro, die er über den Verein Ausgleich dafür erhält, seinem Opfer als Schmerzensgeld zahlen.

Der Kumpel kommt mit neun Monaten wegen Beleidigung und räubereischer Erpressung davon. Seine Behauptung, die erpresserische Forderung habe doch der Freund geäußert, zogen nicht. Auch er sei Mittäter, schließlich waren es sein Handy, seine Forderung und er sei auch mit zur erhofften Geldübergabe gegangen.

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