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Göttinger Griechen bewerten Lage im Heimatland kritisch

Experiment Grexit Göttinger Griechen bewerten Lage im Heimatland kritisch

Staatsschulden, Hilfspakete, Sparmaßnahmen, Grexit? Griechenland steht vor dem Bankrott. „Das System läuft nicht“, sagt Athanasia Droulou. Die Vorsitzende des Vereins Griechische Gemeinde Göttingen ist besorgt – um ihr Heimatland und die Menschen dort. Umso mehr ist die Hellenische Republik abhängig von Touristen.

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Göttinger Griechen bewerten Lage im Heimatland kritisch

Quelle: dpa

Göttingen. So hart die kommende Zeit für die Griechen vermutlich sein wird, Touristen haben nicht allzu viel zu befürchten, sind sich viele Göttinger Reiseveranstalter einig.

Derzeit liege keine Warnung vom Auswärtigen Amt vor, sodass weiterhin Reisen in das Land angeboten werden, so der Tenor. Wer schon eine Pauschalreise gebucht hat, besitze keine Rücktrittrechte ohne Stornierungsgebühren, sagt Josina Starke von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Es liege schließlich keine „höhere Gewalt“ vor, die den Urlaub gefährlich werden ließe.

Tanja Rautenberg vom Thomas-Cook-Reisebüro in Bovenden geht genauer auf Griechenlandreisen ein: „Oft sind die Kunden verunsichert.“ Die weitere Entwicklung im Land müsse beachtet werden, aber es seien schließlich zurzeit keine Ausschreitung wie damals in Tunesien oder anderen Ländern zu erwarten, so Rautenberg.

Von den Demonstrationen seien auch eher Athen sowie die umliegende Region betroffen und nicht die touristischen Hochburgen. Die Griechen seien „froh um jeden Urlauber“, meint Rautenberg.

Droulou sieht die Entwicklung kritischer. Sorgen mache sich natürlich jeder – doch gerade sei es in ihrem Heimatland noch ernster. Den Familien in Griechenland müsse oft Geld geschickt werden, da die Banken geschlossen seien oder nur wenig Bares herausgeben. Manche Ärzte behandeln sogar nur noch gegen Bargeld.

Manchmal fühle „es sich wie ein Experiment an“, beschreibt Droulou. Dass die Menschen in Griechenland nun über das weitere Vorgehen abstimmen können, empfindet sie als richtig. „Das hätte schon 2010“, als das Ausmaß der Krise Gestalt annahm, „geschehen müssen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Eine Briefwahl gebe es für die Entscheidung nicht. Griechen, die sich beteiligen möchten, müssen vor Ort sein.

Von Friedrich Schmidt

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