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Drohung gegen Göttinger Gymnasien

Verantwortliche reagieren besonnen Drohung gegen Göttinger Gymnasien

Per E-Mail hat ein Unbekannter am Montagmorgen den fünf Göttinger Gymnasien und zahlreichen weiteren Schulen bundesweit mit einem Amoklauf gedroht. Zum Wortlaut der E-Mails wollten Polizei und Schulen keine Angaben machen. Über den Inhalt der Nachricht ist nur bekannt, dass sie für 10 Uhr einen Gewaltakt ankündigte.

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Bislang kam es in Göttingen zu keinen Zwischenfällen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die offenbar gleichlautenden Schreiben gingen um 0.34 Uhr in Göttingen ein. Nahezu zeitgleich seien anschließend durch die Schulleitungen Polizei, Schulverwaltung und Schuldezernent der Stadt informiert worden, sagt Detlef Johannson, Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung. Man habe sich dann in enger Abstimmung darauf verständigt, den Schulbetrieb regulär aufrechtzuerhalten, ergänzt Joachim Lüther, Sprecher der Polizei. „Wir hatten bereits zu einem frühen Zeitpunkt deutliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Drohung." Das vierte Fachkommissariat habe die Ermittlungen aufgenommen.  

 

Erhalten hatten die E-Mail das Felix-Klein-, das Otto-Hahn-, des Hainberg-, das Max-Planck- sowie das Theodor-Heuss-Gymnasium. Die übrigen Schulen der Stadt Göttingen sowie der Landkreise Göttingen, Osterode und Northeim blieben von der Drohungen nach Auskunft der Polizei verschont.

 

Das Vorgehen der Verantwortlichen in den einzelnen Regionen unterschied sich am Montag deutlich. Während Schulen in Leipzig und Braunschweig nach Bekanntwerden der E-Mail geschlossen blieben oder evakuiert wurden, lief der Schulbetrieb in Göttingen regulär. Nach Aussage einzelner Schüler seien sie an ihren Schulen nicht von offizieller Seite über die Situation informiert worden. Erst durch besorgte Nachfragen der Eltern und das Internet seien einzelne Informationen in der Schülerschaft angekommen. „Die schulinterne Kommunikation ist Sache der Schulen, also der Schulleitungen“, sagt Johannson.

 

Jede Schule habe ein Konzept für die Bedrohungslage „Amok“, erklärt Bianca Schöneich, Sprecherin der Niedersächsischen Schulbehörde. „Die Situation, dass vermeintliche Amokdrohungen mit islamistischem Hintergrund vorab versendet werden, ist als Phänomen relativ neu.“ Seit es vergleichbare Fälle in Braunschweig gegeben habe, arbeite man allerdings gemeinsam an Konzepten für diese neue Bedrohungslage. Johannson zufolge kehrt an den Göttinger Schulen wieder Normalität ein. Der Unterricht soll am Dienstag wie geplant stattfinden.

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