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Göttinger Gymnasien wollen Sozialarbeiter – Grundschulen mehr Flexibilität

Schulnovelle mit Lücken Göttinger Gymnasien wollen Sozialarbeiter – Grundschulen mehr Flexibilität

Göttingen ist bei der Einrichtung von Ganztagsschulen schon deutlich weiter als viele andere Städte in Niedersachsen: Alle weiterführenden Schulen und fast alle Grundschulen bieten Mittagessen und Betreuungseinheiten oder gar Unterricht am Nachmittag an.

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Quelle: Vetter

Göttingen.  Dafür gab es viel Lob vom Podium und von den etwa 50 Gästen einer Podiumsdiskussion der SPD zur Frage „Wie kann Ganztagsschule erfolgreich organisiert werden?“

„Dabei sind wir immer noch am Anfang der Beratungen“, sagte zu Beginn die SPD-Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta. Damit meinte sie die derzeitigen Beratung im Landtag über ein neues Schulgesetz. Eine Reform, mit der die rot-grüner Landesregierung vor allem Ganztagsschulen voran bringen wolle. Schon im vergangenen Jahr sei die Lehrerausstattung dafür verdreifacht worden, erklärte dazu der Braunschweiger SPD-Landtagsabgeordnete und – wie Andretta – Schulexperte Christoph Bratmann. Darüber hinaus sollen in den kommenden Jahren „noch erhebliche Mittel in dreistelliger Millionenhöhe fließen“.

Dass es in Göttingen so  gut angenommene Ganztagsangebote gibt, sei auch der Stadt als Schulträger und ihren Partner für die Betreuung zu verdanken, ergänzte Tom Wedrins, SPD-Ratsmitglied und Leiter der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Zum einen sorge die Stadt in ihren Küchen selbst für das Mittagessen, zum anderen habe sie mit den Sportvereinen, Awo und Kinderhaus e.V. Rahmenverträge erarbeitet, die Beispiel gebend seien. Inzwischen habe das Land die Göttinger Sondervereinbarung mit Dritten auch akzeptiert, obwohl sie in Teilen nicht zu neuen Verordnungen passe.

Kritik gibt es zum Reformentwurf zum Schulgesetz aus den Gymnasien. Nach wie vor sein keine zusätzlichen Sozialarbeit vorgesehen, beklagte unter anderen der Leiter des Felix-Klein-Gymnasiums, Michael Brüggemann. Das sei eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Schulformen. Und es werde dabei nicht berücksichtigt, dass es längst auch an Gymnasien Schüler mit Schwierigkeiten gebe.

Vor allem Vertreter aus kleineren Grundschulen sehen zudem Verbesserungsbedarf bei der sogenannten Kapitalisierung von Lehrerstunden. Nach aktuellem Entwurf dürfen sich Ganztagsschulen nur 40 Prozent der ihnen zustehenden Stunden in Geld auszahlen lassen, um zum Beispiel Honorarkräfte für Nachmittagsangebote bezahlen zu können. Mehr Flexibilität könnte die Organisation erleichtern. „Da müssen wir nachrüsten“, versprach Bratmann.

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