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Waffen-Zentrallager „völliger Quatsch“

Göttinger Jäger kritisieren Grünen-Vorstoß Waffen-Zentrallager „völliger Quatsch“

Der Vorstoß der Grünen, das Waffenrecht zu verschärfen, trifft bei den Jägern der Region Göttingen auf Unmut. Die Vorschläge der Partei seien „unrealistische Forderungen“, meint Kreisjägermeister Axel Eichendorff.

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Jungjäger beim Unterricht - Die Vorschläge der Grünen stoßen bei der Jägerschaft allerdings auf wenig Gegenliebe (Symbolbild)

Quelle: Archiv

Göttingen. Niedersachens Grüne fordern unter anderem „ein generelles Verbot der Lagerung von Schusswaffen in Privathäusern“, mit dem Verweis auf die Amokläufe von Winnenden und München, und sprechen sich für eine zentrale Lagerung aus. Nach Meinung des Kreisjägermeisters seien die legalen Waffen jedoch „selten ein Problem“. „Das große Problem sind illegale Waffen“, sagt Eichendorff. Mit einer Zentrallagerung sei „in der Kriminalitätsbekämpfung überhaupt nichts erreicht“.

Dass sieht auch der Vorsitzende der Jägerschaft Göttingen, Dieter Hildebrandt, so. Das sich nicht genügend um den illegalen Waffenbesitz gekümmert werde, aber Verschärfungen des legalen Besitzes angestrebt werden, hält Hildebrandt für „grob fahrlässig“. Viel mehr sollte man „den Schwarzmarkt trocken legen“. Denn auch ein Waffenrecht nach Vorstellung der Grünen hätte von den Amokläufen „keinen einzigen verhindert“, meint Hildebrandt und ergänzt: „In nicht bewohnten Räumen dürfen Waffen gar nicht gelagert werden.“ Die Ideen der Partei seien „völliger Quatsch“ und nicht zu Ende gedacht.

“Ein völlig absurder Gedanke“, kommentiert auch Thomas Ehbrecht, stellvertretender Vorsitzender der Jägerschaft Duderstadt, den Vorschlag der Grünen. Zum Handwerk gehöre auch Werkzeug. „Wer angewandten Naturschutz ausüben will und muss, der muss sofort handlungsfähig sein - das gebietet doch schon der Gedanke des Tierschutzes“, sagt Ehbrecht und nennt das Beispiel eines bei einem Wildunfall verletzten Tieres. „Das Stück Wild muss sofort von seinen Qualen erlöst werden.“

Bei allem Sicherheitsdenken müsse die Angemessenheit gewahrt werden, fordert Ehbrecht. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass das Waffenrecht nicht nur Gegenstand vieler Gedanken war, sondern auch sinnvolle Anpassungen - mit Unterstützung der Jäger- und Schützenverbände - vorgenommen wurden. Verantwortung sei das Stichwort: Jäger würden nicht umsonst umfassend auch im Waffenrecht und im Umgang mit Waffen geschult und über ihr Wissen geprüft. Zudem gebe es Kontrollen der sicheren Aufbewahrung von Waffen durch die Ordnungsämter, die er ausdrücklich unterstütze.

Auch eine Verschärfung der Vorschriften - sofern diese mehrheitlich gewollt sei - könne er mittragen. Schließlich hätten Jäger eine Verantwortung der Natur gegenüber, wenn es um die Regulierung von Wildbeständen gehe. Die lediglich 1000 Berufsjäger bundesweit seien dazu nicht allein in der Lage. Sie erhielten Unterstützung von immerhin 360000 Ehrenamtlichen, die im vergangenen Jagdjahr bundesweit 1,14 Millionen Rehe und 600000 Wildschweine erlegt hätten. „Auch im Interesse von Forstverwaltungen und Landwirten“, so Ehbrecht. yah

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