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Göttinger Junkernschänke schließt

Betreiber geben auf Göttinger Junkernschänke schließt

Die Turbulenzen um die Junkernschänke in Göttingen reißen nicht ab: Die älteste Weinstube Deutschlands mit Restaurant und Veranstaltungsräumen schließt nach Angaben der Betreiber Ende kommender Woche. Bisher haben die Besitzer einer der schönsten Fachwerkhäuser in Göttingen das Restaurant selbst betrieben, jetzt suchen sie für die Gastronomie einen Nachmieter und Nachnutzer.

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Die Junkernschänke in Göttingen schließt Ende kommender Woche.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Göttingen ist ein schwieriges Pflaster“, erklärte am Freitag Betriebsleiterin Christine Arendt das Aus der Junkernschänke. Auch das jüngste Konzept mit Bar und Bistro ergänzend zum Restaurant und viel Raum für private Events sei nicht so gut angekommen wie gehofft. Die Umsätze hätten auf Dauer nicht ausgereicht, um die laufenden Kosten zu decken. Zudem sei es schwer, gutes und zuverlässiges Personal zu bekommen. Erst vor gut einem halben Jahr hatte sich die Junkernschänke in der Barfüßer Straße von ihrem vorherigen Steakhouse-Konzept verabschiedet. Arendt bestätigte auf Nachfrage eine Monatsmiete in Höhe von 11 500 Euro.

 
Das etwa 565 Jahre alte Gebäude gehört zu gleichen Teilen den Hamburger Unternehmern Leif Nielsson und Ronald Crone. Nielsson war an Freitag nicht erreichbar, sein Büro bestätigte aber sowohl Schließung als auch die Absicht, neu zu vermieten. „Das ist doch eine wunderbare Immobilie, ein Schmuckstück und alles in Ordnung“, ergänzte Crone und bestätigte zugleich, dass sie nicht zum Verkauf stehe.

 
Die Junkernschänke wurde in ihrer heutigen gotischen Kernbauweise 1451 auf den Grundmauern eines vorherigen Gasthauses errichtet. Sie war immer eine Gaststätte - in erster Linie eine Weinstube.  Seit 1930 gehörte das Haus der Stadt Göttingen, die die Gastronomie verpachtete. Lange Zeit betrieb die Kreishandwerkerschaft die Junkernschänke. 2003 kauft die Familie Bardosi das Objekt. Parallel zu einer  umfangreichen Kernsanierung mit hohen Denkmalschutzansprüchen stritten Stadt und Käufer noch drei Jahre lang um den Kaufpreis. 2008 öffnete die Junkernschänke wieder unter Regie von Daniel Bardosi. 2010 übernahmen Nielsson und Crone die Gastronomie, inzwischen gehört ihnen auch die Immobilie. Sie setzten zunächst wie Bardosi auf gehobene Gastronomie, erweiterten das Angebot um Steaks im „Block House“-Stil und dann um Bistroangebote auch für finanzschwächere Kunden. Am Sonnabend, 15. Juni, ist zum letzten Mal geöffnet.

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