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Göttinger Kirchen sammeln Spenden für die Ukraine

100 Kubikmeter Material Göttinger Kirchen sammeln Spenden für die Ukraine

Krücken, Waschmaschinen, Rollatoren und dutzende von Kartons mit der Aufschrift „Ukraine“: Bis unter die Decke stapeln sich die Hilfsgüter, die in Göttingen für Kriegsopfer in dem Land gesammelt worden. Auf etwa 100 Kubikmeter schätzt Kvitoslava Hampe die Menge des angelieferten Materials – viel mehr als erwartet: „Das freut mich enorm.“

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Die Hilfsgüter für ukrainische Kriegsopfer stapeln sich bis unter die Decke. Kvitoslava Hampe organisiert den Transport.

Quelle: Heller

Göttingen. Vier Wochen lang haben die römisch-katholische Kirchengemeinde Maria Frieden und die ukrainische griechisch-katholische Gemeinde Göttingen die Güter gesammelt, darunter auch Schuhe, Decken, Medikamente und Notstromaggregate. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats von Maria Frieden, Jürgen Bömeke, habe die Aktion intensiv unterstützt, so Hampe. Zu den Spendern zählt auch die Caritas-Kleiderkammer im Grenzdurchgangslager Friedland.

Derzeit lagert das Material in Räumen der Recycling-Firma Hampe. Hampes Mann Andreas ist Inhaber der Firma, sie selbst Geschäftsführerin der Sparte Sonderabfall. Im Augenblick versucht sie, einen möglichst günstigen Transport der Hilfsgüter per Lastwagen in die Ukraine zu organisieren und den bürokratischen Aufwand zu bewältigen – denn für den Zoll müssten alle Gegenstände auf einer Liste erfasst werden. Die Hilfsgüter sollen nach Lemberg gebracht und dann dort von der griechisch-katholischen Kirche an Flüchtlinge und Verwundete verteilt werden.

Hampe, Jahrgang 1973, stammt aus der Ukraine und kam 1999 nach Deutschland. Sie verfolgt die bewaffneten Auseinandersetzungen in der Ukraine mit großer Sorge. Ihr älterer Bruder ist Priester in der Nähe von Lemberg, ihr jüngerer arbeitet an der katholischen Universität der Stadt. Mit der Hilfsaktion habe sie den schlechten Nachrichten und der grausamen Realität in der Ukraine etwas Positives entgegensetzen wollen, so Hampe.

Sie ist Ansprechpartnerin der kleinen ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde in Göttingen, die ihre Gottesdienste in Maria Frieden feiert. Während der Sowjetherrschaft wurde die griechisch-katholische Kirche in der Ukraine brutal unterdrückt und existierte fast ein halbes Jahrhundert im Untergrund. Die Gemeinde in Göttingen wird von einem Pfarrer aus Hannover betreut, wo es eine größere Gemeinde mit einer eigenen Kirche gibt. Auch aus Hannover gehen demnächst Hilfstransporte in die Ukraine. Die ukrainische griechisch-katholische Kirche ist eine katholische Ostkirche. Sie folgt einem anderen Ritus als die römisch-katholische Kirche, erkennt aber den Papst als Oberhaupt an.

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